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Kritik an Kempener Straße in Nippes
„Fußgänger und Radfahrer zusammen gequetscht“ – was sich ändern soll

Lesezeit 2 Minuten
Fahrradfahrer und Fußgänger, die sich auf einem engen Rad- und Fußweg entgegen kommen,

Eng ist es für Fußgänger und Radfahrer an vielen Stellen auf der Kempener Straße.

Politiker fordern eine Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht auf der Kempener Straße. Auch der Fußverkehrsverband wünscht Verbesserungen.

Für jede Menge Entrüstung in der Bürgerschaft und der Politik hatte die Stellungnahme des Amtes für Verkehrsmanagement von Februar zur Verkehrssituation an der Kempener Straße gesorgt. Damals lehnte es die Verwaltung ab, die entlang der Straße geltende Radweg-Benutzungspflicht aufzuheben – trotz der stellenweise sehr engen und unebenen Radwege.

Auch sei eine Einführung von Tempo 30 entlang der Kempener Straße nicht möglich; es handle sich um eine „Hauptverkehrsstraße mit einer wichtigen Erschließungsfunktion für die anliegenden Quartiere“, deshalb müsse Tempo 50 bleiben. Wesentliche Änderungen in der Verkehrsplanung werde es erst geben, wenn die Straße insgesamt neu geplant werde – was jedoch noch sehr lange Zeit dauern wird, denn zunächst sind die Neusser und die Niehler Straße mit ihren Umgestaltungen an der Reihe.

Kempener Straße in Köln-Nippes: Fraktion stellt Antrag für Appollerung

Selbst die an der Neusser Straße hat, Stand jetzt, noch nicht einmal begonnen. Die Bezirksvertretung Nippes hatte in ihrer vorigen Sitzung die Stellungnahmen missbilligt. Zur jetzigen Sitzung erschien der Mobilitäts-Dezernent Ascan Egerer, der zu den Vorwürfen Stellung nahm. Er bat dabei um Entschuldigung. „Ich nehme Ihre Kritik ernst; die Arbeitsweise entspricht auch nicht meinen Vorstellungen“, verdeutlichte er. „Wir werden die Sache noch einmal ergebnisoffen überprüfen.“

Die Runde legte ihm Gründe dar, weshalb Tempo 30 doch möglich sei – nämlich wegen der schützenswerten Einrichtungen wie dem Kindergarten an der Ecke Steinbergerstraße/Kempener Straße, wo erst im Februar ein Kind vor der Einrichtung angefahren worden sei, sowie dem Krankenhaus im weiteren Streckenverlauf. Wie Vize-Bezirksbürgermeister Henning Meier (SPD) anführte, sei wegen der engen Bürgersteige die Radweg-Benutzungspflicht nicht mehr zumutbar, da es entlang der Kempener Straße regelmäßig zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgänger komme.

Thema in der Bezirksvertretung im Juni

Auch die Kölner Ortsgruppe des Fußverkehrsverbands Fuss fordert Verbesserungen für Fußgänger entlang der hochfrequentierten Meile. Der Verein habe eine Umfrage unter seinen Mitgliedern gemacht, wo im Stadtgebiet es Konfliktzonen zwischen Fuß- und Radverkehr gebe. „Mehrfach wurde die Kempener Straße in Nippes genannt“, berichtet Ortsgruppen-Sprecherin Anne Grose. „Hier werden Fußgänger und Radfahrer auf zu engem Raum zusammen gequetscht“, schrieb ein Vereinsmitglied zur Lage entlang der Straße.

Zur kommenden Sitzung der Bezirksvertretung am 1. Juni hat die Fraktion „Gut & Klimafreunde“ einen Antrag vorgelegt, um mit Abpollerungen einige Gefahrenzonen für Fußgänger zu entschärfen. Demnach sollen an den Kreuzungen zur Wilhelmstraße, zur Steinbergerstraße/Auguststraße sowie an der Südseite der Kreuzung zur Merheimer Straße Poller aufgestellt werden, um illegales Parken zu unterbinden. In einem zweiten Schritt, so der Antrag, sollen die Stellen entsiegelt und mit einer Wildwiese begrünt werden.