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Schüsse in den RückenErmittlungen zur missglückten Festnahme in Nippes abgeschlossen

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Tatort: In diesem Getränkemarkt im Agnesviertel kam es zu der missglückten Festnahme und den Schüssen.

Rund ein Jahr nach den Schüssen auf einen Intensivstraftäter (19) in einem Getränkemarkt im Agnesviertel sind die Ermittlungen weitgehend abgeschlossen. Es geht darum, ob die Schüsse auf den 19-Jährigen gerechtfertigt waren oder nicht. Seit Monaten wird in dem Fall wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt. Dem unbewaffneten jungen Mann war beispielsweise auf der Flucht in den Rücken geschossen worden. „Eine abschließende Bewertung des Falles steht noch aus“, sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Die Akten in dem Fall seien mittlerweile von der Polizei in Bonn zur Beurteilung an die Kölner Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Aus Objektivitätsgründen hatte die Behörde in Bonn übernommen.

Flucht in den Getränkemarkt

Der 19-Jährige sollte am 10. Juli 2019 von Zivilfahndern auf der Krefelder Straße festgenommen werden. Es bestand ein Haftbefehl wegen des Verdachts des schweren Raubes. Laut Polizei soll der Intensivstraftäter mit zwei Komplizen einen Drogendealer in seiner Wohnung überfallen haben. Erbeutet wurde zwei Kilo Marihuana und knapp über 300 Euro Bargeld. Der 19-Jährige bestreitet seine Tatbeteiligung, doch die Ermittlungsbehörden sind anderer Ansicht. Zu der Festnahme auf der Krefelder Straße kam es nicht. Der junge Mann flüchtete mehrere hundert Meter weiter in einen Getränkemarkt. Dort stellten ihn die Beamten , und in dem Gerange fielen fünf Schüsse. Drei Kugeln trafen den 19-Jährigen – davon zwei in den Rücken ein weiteres Projektil geht ins Bein.

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Die Staatsanwaltschaft will nun zeitnah entscheiden, ob das Vorgehen „verhältnismäßig“ war, wie Bremer betont. „Wäre die Tat gerechtfertigt, wäre das Verfahren einzustellen. Wäre sie es nicht, wäre Anklage zu erheben“, teilte der Oberstaatsanwalt weiter mit. Bei einer entsprechenden rechtlichen Einordnung könne der Fall auch als versuchtes Tötungsdelikt eingeordnet werden.