Er ist in Köln nach eigenen Worten „bekannt wie ein bunter Hund“ und meldet sich immer wieder in strittigen Fragen zu Wort. Nun unternimmt Dr. Werner Peters, Philologe, Philosoph, Mitbegründer der Freiwilligenagentur und Besitzer des Hotels Chelsea, mit der von ihm 1998 gegründeten „Partei der Nichtwähler“ einen neuen, seinen dritten Anlauf zum Einzug in den Bundestag. Anders als es der Name vermuten lässt, will Peters Partei Wahlmuffel in ihrer Stimmverweigerung nicht etwa bestärken, sondern ihnen eine Alternative bieten und sie dadurch zu Wählern machen.
Denn demokratische Mitbestimmung sei ein hohes Gut, das es zu erhalten, verteidigen, aber auch zu verbessern gelte, betont der 71-Jährige, der als Student in die CDU eingetreten war, ihr nach der Flick-Affäre aber den Rücken kehrte. Die weit verbreitete Politikverdrossenheit resultiere auch aus der Ablehnung verkrusteter politischer Strukturen. Koalitionsverträge und -zwänge will Peters ebenso abschaffen wie das Berufspolitikertum, da sie zu Abhängigkeiten, Gängelung, unsinnigen Entscheidungen und schlechten Gesetzen führten, wie er betont.
Die Reform der Strukturen und Institutionen ist aber im Kern auch schon das ganze Wahlprogramm der Partei, die bundesweit rund 300 Mitglieder hat. Um für die Bundestagswahl zugelassen zu werden, muss sie bis Mitte Juli 2000 Unterschriften von Unterstützern gesammelt haben. Darin ist Peters nicht ganz unerfahren, gehört er doch zu den Initiatoren der Online-Petition „Mut zu Verzicht“, die eine Planungspause bei Großprojekten wie der Archäologische Zone forderte.Auf 2975 Unterstützer ist die Kampagne gekommen. Nicht viel bei rund einer Million Einwohner. Das Ziel habe sie dennoch erreicht, da über das neue Museum kontrovers diskutiert werde, sagt Peters. Für die erneute Bundestagskandidatur schwebt ihm aber mehr vor. 1998 blieb ihm der Einzug in den Bundestag verwehrt, 2005 wurde die Partei nicht mal zur Wahl zugelassen. Peters ist optimistisch, dass ihm diesmal mehr Erfolg beschert sein wird. Der Nichtwähler so sagt er, sei ein schlafender Riese, der allmählich erwache. (cid)