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Podcast zum RadsportDiese zwei Kölner begleiten die „Tour de France“

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Podcast Tour de France aus Köln 2

Während der Tour hoffen diese beiden Kölner auf neue Zuhörer. 

Köln – Wenn am Samstag im äußersten Zipfel der Bretagne die 108. Auflage der Tour de France beginnt, wird drei Wochen lang wieder an Hinterrädern gelutscht oder verzweifelt am Horn gezogen. Und natürlich werden Löcher zugefahren, um am Teufelslappen noch eine Chance auf den Sieg zu haben. Die Kölner Autoren Tim Farin und David Korsten haben über die ulkigsten Plattitüden des Radsports mit Eurosport-Moderator Karsten Migels gesprochen. Nicht einfach so, sondern für ihren eigenen Podcast.

Jede Menge Gesprächsstoff zur Tour

Die Auftaktfolge zum Tour-Spezial ist produziert, mehrfach wollen der Rennrad-Enthusiast Tim Farin und sein sportlich eher defensiv eingestellter Kollege David Korsten Gesprächsstoff zur Tour liefern. Grundlage hierfür ist das faktenreiche und äußerst unterhaltsame Buch „101 Dinge, die ein Rennradfahrer wissen muss“, geschrieben von Farin. „Der Podcast ist durch das Buch entstanden. Das Ziel ist die Produktion eines Hörbuchs, daran arbeiten wir noch“, erzählt er.

Podcast Tour de France aus Köln

David Korsten (l.) und Tim Farin bei Aufnahmen für ihren Podcast

Die beiden Autoren wollen den etablierten Sendern und Medien keine Konkurrenz machen, das sportliche Geschehen interessiert sie nur am Rande. „Es kann auch mal aktuelle Anlässe für unseren Podcast geben, aber wir sprechen auch über rasierte Beine, Scheibenbremsen und Modetrends“, verrät David Korsten.

Schon in seinem Buch hat Tim Farin sich aus dem Windschatten der vielfältigen Radsport-Literatur gelöst, um mit einem unverstellten, neugierigen Blick möglichst all jene Fragen zu beantworten, die sich jeder Hobbyfahrer früher oder später stellt. Das Buch ist voriges Jahr erschienen, die zweite Auflage ist gedruckt, etwa 6000 Exemplare sind bereits verkauft worden, was ein sehr beachtliches Ergebnis ist. „Bei unserem Podcast haben wir inzwischen mehr Hörer als Eddy Merckx Profisiege“, sagt Farin. Humor haben die beiden auch.

Mit Fachwissen punkten

Die Hörstücke zum Radsport sind keineswegs belangloses Geplänkel im weiten Feld der Tour-Liebhaber. Tim Farin schreibt regelmäßig für das „Tour“-Magazin, hat schon den spanischen Radstar Alejandro Valverde auf Mallorca interviewt und selbst beim Ötztaler Radmarathon, La Marmotte, einem Jedermann-Rennen mit 500 0 Höhenmetern durch die französischen Alpen und anderen abenteuerlichen Kämpfen gegen den inneren Schweinehund im Sattel gesessen. „Gute Reportagen lassen sich erst schreiben, wenn man nachvollziehen kann, wie es ist, sich einen Berg hoch zu quälen“, sagt Farin. Als wegen der Pandemie das Jedermann-Rennen „Mallorca 312“ ausfiel, entwarf Farin kurzerhand eine ebenso lange Tagesstrecke durch Eifel und Bergisches Land – mit vergleichbarem Höhenprofil. „Diese Tortur konnte ich dann auch als Laie nachvollziehen“, meint Korsten.

Der Podcast und das Buch

„101 Dinge, die ein Rennradfahrer wissen muss“ heißt der Podcast der beiden Kölner Autoren Tim Farin und David Korsten. Zu Tourbeginn wird eine Folge erscheinen, außerdem planen sie Wochenrückblicke und wollen an den Ruhetagen auf Sendung gehen. Etwa 20 Folgen sind bereits im wöchentlichen Rhythmus erschienen.

Das gleichnamige Buch ist im Frühjahr 2020 im Bruckmann-Verlag erschienen. Tim Farin nähert sich auf 192 Seiten vielen Phänomenen und Fragen des Rennradsports – von der technischen Ausstattung bis hin zum Wintertraining. (tho)

Für ihre Hör-Show laden sich die beiden Moderatoren immer wieder spannende Gäste ein. Geplant ist etwa ein Gespräch mit Markus Reimann, der einst die komplette Tour de France-Strecke mit dem Rennrad „vorgefahren“ ist und nun mit seinen Aktionen Geld für Kinder in Burundi sammelt. „So etwas fasziniert mich“, gesteht Farin. Für die Podcasts verbindet er sich aus seinem Südstadt-Büro digital mit David Korsten. Ob der jemals selbst aufs Rennrad steigen wird? „Mich würde es reizen anzufangen, nur um diese Klamotten mal zu tragen“, sagt er.

Übrigens: Profitrikots sind nur was für Profis. Eine eherne Regel unter Hobbyfahrern. Alles andere wäre eine Anmaßung.