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Mit Pokal ins SpitalViktoria Köln kommt zum Fitness-Check ins Porzer Krankenhaus

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Die Viktoria-Spieler Tobias Eisenhut (2.v.l.) und David Otto (3.v.l.) sowie die Mediziner Dr.  Eduard Gorr (l.) und Professor Marc Horlitz (r.).

Gruppenbild mit Mittelrheinpokal: Die Viktoria-Spieler Tobias Eisenhut (2.v.l.) und David Otto (3.v.l.) sowie die Mediziner Dr. Eduard Gorr (l.) und Professor Marc Horlitz (r.).

Zum Gesundheits-Check im Porzer Krankenhaus vor dem Saisonstart brachten die Spieler von Viktoria Köln ihren Pokal mit. Aber nur zum ambulanten Bewundern. 

Ein Blümchen, eine Tafel Schokolade oder was zum Lesen, aber einen Pokal als Mitbringsel ins Krankenhaus? Das haben Professor Marc Horlitz und sein Team der Kardiologie am Krankenhaus Porz auch noch nicht erlebt. Mitgebracht haben die Trophäe die Spieler von Viktoria Köln. Im Mai hatten sie den Pokal des Fußballverbandes Mittelrhein im Elfmeterschießen gegen Fortuna Köln gewonnen. Es war der insgesamt elfte Triumph des Vereins aus dem Rechtsrheinischen im Cup auf Verbandsebene.

Doch die Spieler waren nicht gekommen, um sich von Chefarzt Horlitz und seinem Team der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie und Rhythmologie feiern zu lassen, sie sind im Vorfeld der neuen Saison wieder zum Check in die Sportkardiologie gekommen. Dieser ist auch eine Vorgabe des DFB. Dorthin werden auch die Untersuchungsergebnisse aus Porz geschickt. Und die sind ganz genau, sagt Horlitz. „Wenn ein Spieler auf dem Platz tot umfällt, ist das die größte Katastrophe. Wir sind dafür verantwortlich, dass das nicht passiert.“

Christian Eriksen-Fall zeigt: Defibrillatoren retten Leben

Wie schnell so etwas gehen kann, hat das Beispiel des dänischen Fußballspielers Christian Eriksen gezeigt. Er war 2021 beim EM-Spiel gegen Finnland auf dem Spielfeld zusammengebrochen. Nur durch den schnellen Einsatz eines Defibrillators konnte der Spieler reanimiert werden. Ursachen für ein solches Szenario gibt es viele, weiß Professor Horlitz. Zwar könne man es nicht zu 100 Prozent verhindern, „aber wir können im Vorfeld alles dafür tun, Störungen am Herzen zu erkennen, damit die Wahrscheinlichkeit gering ist“.

Ein Mann sitzt auf einem Cardio-Gerät.

David Otto strampelt auf dem Cardio-Gerät.

Für die Spieler heißt das, es werden Blut- und Urinproben genommen, neurologische Tests, ein EKG und eine Echountersuchung sowie eine Belastungsuntersuchung gemacht. Bei letzterer wird untersucht, wie sich das Herz unter Belastung bewegt, ob Rhythmusstörungen vorliegen oder ob es sonstige Auffälligkeiten gibt. Dazu geht es aufs Cardio-Rad.

Um die gewünschten Messwerte zu bekommen, verkabelt Schwester Benan Angreifer David Otto. Auf einem Monitor können Herzfrequenz, Leistung und andere Werte überwacht werden. Kontinuierlich steigt die Leistung. Dass er dafür mehr und mehr in die Pedale treten muss, ist David Otto nicht anzumerken. Er unterhält sich mit Schwester Benan und Marc Horlitz, ohne aus der Puste zu kommen. Schnell sind die 300 Watt erreicht, die für den Erstcheck ausreichen. „Wäre es höher gegangen, hätte ich irgendwann ein Handtuch gebraucht“, witzelt er.

Herzmuskelentzündung: Checks geben Sicherheit und Klarheit

Die Werte von David Otto sind spitze. Der Spieler selbst ist froh, dass es solch einen Check gibt. „Das gibt auch mir die Sicherheit, dass alles in Ordnung ist.“ Und wenn nicht, weiß er es auch. „Das heißt ja dann nicht, dass ich nicht mehr spielen darf.“ Professor Horlitz stimmt zu. Ein vorübergehendes Ausschlusskriterium sei zum Beispiel eine nicht ausgeheilte Herzmuskelentzündung. Oder auch ein angeborener Herzfehler, wobei ein solcher keinen Ausschluss vom Leistungssport bedeuten  muss.

Ein berühmtes Beispiel sei Gerald Asamoah, sagt Horlitz. Bei dem früheren Profi von Schalke 04 und deutschen Nationalspieler war ein angeborener Herzfehler festgestellt worden. Spielen durfte er dennoch, denn stets war ein Defibrillator in seiner Nähe. „Es gibt klare Leitlinien, an denen sich orientiert wird“, sagt Horlitz. So können manche Spieler nur unter der Voraussetzung spielen, dass entsprechendes medizinisches Gerät vor Ort ist. Die Gesundheit der Spieler steht an erster Stelle. „Wenn wir sagen, dass der eine oder andere Spieler vorerst nicht eingesetzt werden soll, akzeptiert das der Trainerstab von Viktoria“, sagt Horlitz.

Dass er und sein Team um Dr. Eduard Gorr, dem Leiter der Sportkardiologie, nicht nur seit 2020 Viktoria Köln betbetreuen, sondern auch schon seit etlichen Jahren die Eishockeyspieler der Kölner Haie, davon zeugt die Galerie mit Fotos und Trikots im Gang der Abteilung. Dort würde sich auch gut der Mittelrheinpokal machen. Den nehmen die Spieler David Otto und Tobias Eisenhuth nach einem Foto allerdings wieder mit ins Viktoria-Quartier.