Der Arbeitskreis der Gemeinde St. Aegidius in Wahn will mit großen und kleinen Beiträgen ein menschlich lebenswertes Klima im Ort fördern.
Weinreben und SolardächerWahner Gemeinde setzt klimafreundliche Verbesserungen im Veedel um

Der Arbeitskreis Schöpfungsverantwortung an der Pfarrgemeinde Sankt Ägidius gestaltet mehrere Projekte zur Energiewende vor Ort, unter anderem eine Weinpflanzung an der Südwand der Kirche. Von links nach rechts: Johannes Holz, Heike Küper, Johannes Mahlberg, Ulrich Hüwel.
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Der Arbeitskreis Schöpfungsverantwortung der Wahner Gemeinde St. Aegidius hat in den vergangenen beiden Jahren vielfältig Gestalt angenommen: mit Weinreben an der Südwand der Pfarrkirche, Plänen für einen grünen Aufenthaltsort als Gemeinde-Treffpunkt und bunten Blühstreifen entlang der Straßen. Zusätzlich plant der Arbeitskreis die Einrichtung von Solaranlagen auf möglichst vielen Dächern der Gemeinde.
Mit kleinen Schritten den Ortsteil zu verschönern und Beiträge zur Energiewende vor Ort zu leisten, ist das Ziel des Arbeitskreises, der Schöpfungsverantwortung im christlichen und im bürgerschaftlichen Sinne übernimmt und schon etliche große und kleine Mitwirkende gefunden hat.
Wahn: Klimatreff begrünt Pfarrkirche mit Weinstöcken
Der Porzer Klimatreff, in dem zahlreiche Initiativen für ein gutes Klima gebündelt sind, stellte die Aktivitäten in Wahn jetzt bei einem Gesprächsabend vor und besuchte die bereits grünenden Ergebnisse rund um die Wahner Pfarrkirche. Ulrich Hüwel, einer der Engagierten im Wahner Arbeitskreis, lud Johannes Holz und Heike Küper in den noch jungen Weingarten an der Südseite der Pfarrkirche ein. Dort hat er mit Unterstützern im Frühling zwölf robuste Weinstecklinge gepflanzt, die seither gut gegossen wurden und prächtig gedeihen. Sie sollen die dunkle Backsteinwand zukünftig begrünen und möglicherweise demnächst Trauben für den Messwein liefern.
Auf dem Wiesengrund neben der Kirche sollen Hüwel zufolge bald Büsche gepflanzt werden, mit denen lauschige Plätze zum Treffen und Verweilen umrahmt werden. Bänke hat Pfarrer Johannes Mahlberg schon aus alten Beständen der Senioreneinrichtung gegenüber beschafft. Der grüne Gemeindeplatz soll das innerörtliche Klima verbessern und die Menschen erfreuen. Vogelhäuschen an der Kirchwand und Insektenhotels locken auch tierische Bewohner an. Weitere grüne Projekte sind Blumenpflanzaktionen mit Kindern. Zur Beschaffung der Blumenzwiebeln fuhren Eltern schon eigens nach Holland. An markanten Stellen wurden die Frühjahrsblüher in den Boden gesetzt und sollen dem Ort ein einladendes Gesicht geben.
Wahn und Nachbargemeinden rüsten Dächer mit Solaranlagen aus
Ein ehrgeiziges Projekt ist auf eine gemeindliche Versorgung mit Solarstrom ausgerichtet. Mit den Nachbarorten, Urbach, Grengel und Libur arbeiten die Wahner daran, möglichst viele Dächer der Gemeinde mit Photovoltaikanlagen auszurüsten. In Urbach ist das an einer Kindertagesstätte schon geschehen, in Libur werden derzeit Pfarrheim und Kindertagesstätte mit Solarinstallationen versorgt.
Für das Wahner Gemeindezentrum Aegidium gestaltet sich die Nachrüstung noch schwierig, denn das Dach hat besondere Konstruktionseigenschaften und außerdem ging die beauftragte Engineering-Firma insolvent. Der Arbeitskreis lässt sich davon aber nicht entmutigen, soll doch das Solarprojekt nicht nur die Gemeindegebäude versorgen, sondern auch wirtschaftlich schwächer gestellten Gemeindegliedern den Zugang zu günstiger Energie ermöglichen.
Hüwel macht deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement vor Ort ist und wie schön sich die generationsübergreifende Mitwirkung auf das Miteinander auswirkt. Dafür brauche es einen Träger mit Struktur, wie ihn die Kirchengemeinde liefere. Ein organisatorischer Rahmen und der Zugang zu Ressourcen seien für solche Projekte unverzichtbar. Herausforderungen wie die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinden und mit städtischen Ämtern müssten gemeistert und Rückschläge mit Beharrlichkeit überwunden werden – das erfordere einen langen Atem.
„Das Gefühl, etwas gemeinsam für die Gemeinschaft zu schaffen, trägt weiter“, sagt Hüwel. Die Kraft, die daraus erwächst, bezeichnet er als „Luxus der anderen Art“ und lädt zum Teilen ein. Über die tätigen Aktionen hinaus will der Arbeitskreis auch zum Nachdenken ermuntern. Da geht es um mögliche Einsparungen zugunsten des Klimas, um den Sinn von Verzicht und Veränderung und darum, welche Ideen junge Menschen für ein lebenswertes Klima haben und wie die älteren Gemeindemitglieder sie dabei unterstützen können. Wer sich für die Mitarbeit im Arbeitskreis interessiert, kann sich an Tobias Beutgen wenden.
tbeutgen@gmail.com
