Im Prozess um den Überfall auf einen Kölner Juwelier belasten zwei Angeklagte eine Mitangeklagte: Sie hätte ein Verhältnis mit dem Senior gehabt und die brutale Tat geplant.
Prozess um JuwelenraubKölner Juwelier gefesselt in Kofferraum gepackt

Der damals 80-Jährige musste stundenlang in einem Kofferraum ausharren. (Symbolfoto)
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Im Fall des 81 Jahre alten Juweliers, der im März 2022 überfallen und stundenlang gefesselt im Kofferraum seines Wagens eingesperrt war, während Täter Schmuck und Uhren im Wert von 300 000 Euro aus seinem Laden stahlen, belastet ein angeklagtes Ehepaar (beide 36) eine Mitangeklagte (34) schwer. Die 34-Jährige sei die Drahtzieherin des brutalen Überfalls gewesen. Sie habe für den Geschädigten gearbeitet, habe gewusst, wo die Wertgegenstände in seinem Laden waren und habe ein „Näheverhältnis“ – also eine Beziehung – mit dem Senior gehabt.
„Näheverhältnis“ zu Juwelier
Sie habe 14 Tage vor der Tat die Idee formuliert, „sich des Ladenschlüssels des Geschädigten zu bemächtigen und den Schmuck aus dem Ladenlokal zu stehlen“, erklärte Verteidigerin Monika Troll für die 36-Jährige. Zunächst sei es der Plan gewesen, den Geschädigten mit einem Schlafmittel außer Gefecht zu setzen. Das erschien zu gefährlich. Dann sei die Idee aufgekommen, dass zwei Mittäter – die Männer sitzen in dem Verfahren nicht auf der Anklagebank, weil sie in anderer Sache in Berlin vor Gericht stehen – den Geschädigten in der Tiefgarage festhalten und ihm die Ladenschlüssel wegnehmen sollten.
Ihre 36-jährige Mandantin sei davon ausgegangen, dass die „körperlich überlegenen“ Mittäter aus Berlin den Geschädigten „lediglich festhalten“ würden. „Insbesondere ist weder über den Einsatz von Kabelbindern noch sonstigen Werkzeugen im Beisein meiner Mandantin gesprochen worden“ erklärte Troll weiter. Dass die Männer den 81-Jährigen mit einem Messer bedrohen würden und ihn mit Kabelbindern gefesselt in den Kofferraum seines Wagens sperren würden, davon sei bei den Tatvorbereitungen nie die Rede gewesen. Es sei lediglich geplant gewesen, dass die Mittäter dem 81-Jährigen den Ladenschlüssel abnehmen sollten.
Das Opfer war im Kofferraum liegend von zwei Tätern rund fünf Stunden durch die Gegend gefahren worden. Später stellten die Täter den Wagen in Vingst ab und überließen den Geschädigten seinem Schicksal. Mit einer Körpertemperatur von nur 32 Grad Celsius war der Mann gefunden worden.
