„Es muss nicht immer Gold sein“, sagt sich der Kölner Marcus Reiner und begann, aus Kupfer und Messing Köln-Editionen herzustellen. Seine Barren gibt es mit Dom und FC.
Der Dom in KupferKölner produziert edle Barren mit lokalen Motiven

Marcus Reiner machte aus seinem Namen ein Produkt: „Reiner Barren“ aus Kupfer oder Messing.
Copyright: Sandra Milden
In der Hand wiegt der Kölner Kilobarren in Kupfer schwer. Das Motiv auf der Vorderseite ist der Kölner Dom. Auf der Rückseite ist das kölsche Grundgesetz eingelasert. Ein Stück edle Handarbeit, ein ästhetisches Produkt, das sich nicht nur wertig anfühlt, sondern auch wertig ist. Nicht nur made in Germany, sondern mit Liebe im Kölner Süden hergestellt. „Wenn wir etwas machen, dann machen wir es schon ordentlich“, sagt Marcus Reiner. Der Gründer der Zwischennutzer sitzt in der alten Farbenfabrik am Laser und hat seinen Nachnamen für seine neue Geschäftsidee verwendet. Reiner Barren, das passt.
Im vergangenen Jahr hat er probehalber mit Silber gehandelt und sich den Markt angeschaut. „Auf einmal tauchten alte Kupferbarren auf, alles alte Barren. In Zeiten, in denen die Leute auf Gold und Silber setzen, ist Kupfer das nächste, das im Wert steigt. Das ist definitiv ein neuer Sammler-Space“, lautet seine Prognose. Schnell war die Idee geboren, aus 999er-Feinkupfer und Messing limitierte Auflagen zu schaffen. Jeder Barren wird in zwei Größen, 500 und 1000 Gramm, in Kuper oder Messing, angeboten. Jede Auflage ist auf 100 Stücke limitiert, die Vergabe der Nummern wird genauestens festgehalten, damit es zu keiner Doppelung kommt. Die Limitierung ist der Kick. Als erste Edition hat Reiner mit seinem Team aus Kreativen der „Lordation 2“ eine Städte-Edition herausgebracht.
Sechs Meter lange Metallstangen werden auf Barrengröße geschnitten
Die Herstellung ist reines Handwerk. Die Metalle und Metalllegierungen (Messing ist eine Mischung aus Kupfer und Zink) kommen in sechs Meter langen Stangen. Für die Bearbeitung wurden eigens alte Maschinen angekauft. Zunächst werden die Stangen auf Barrrengröße geschnitten. Dafür ist Klaus Rieser zuständig.
Der Trick: Man muss ein gutes Augenmaß haben, um die Stangen auf je 500 Gramm oder ein Kilo zu schneiden. Der Maschinenbaumeister aus Bayern kam der Liebe zum FC wegen in die Domstadt. 513 Gramm peilt Rieser auf Augenmaß an. Nach dem Schneiden wird laut geschliffen und leise poliert. Gut fünf Gramm gehen durch den Schliff verlustig. „Manchmal sind da tiefe Rillen drin, dann dauert es länger. Ich kenne quasi jeden Barren persönlich“, erzählt der Meister. Als FC-Fan hat Rieser seinen eigenen Barren. Mit dem FC-Motiv, auf der Rückseite stehen die Meistertitel. „Wir verhandeln gerade die Lizenz mit dem FC“, ergänzt Reiner. Das wäre eine weitere Edition.
Seefahrer, Philosophen und Astronauten sind in Vorbereitung
Derzeit sind eine Römerserie, eine Seefahrer-Edition, Philosophen und Astronauten in Vorbereitung. Kunden können allerdings auch Sonderwünsche anfragen. Dabei spielt für viele auch die Nummer eine große Rolle. „Jeder hat seine Glückszahl. 007 ist gefragt oder 88. Das haben wir noch nicht ganz genau raus“, sagt Reiner, der mit dem Start der neuen Geschäftsidee seit April zufrieden ist. Jeder Barren ist nicht nur ein Stück Handwerk. Er wird mit einem persönlichem Beileger versandt mit dem Versprechen, dass das edle Stück nie an Wert verliert und von Reiner auch zurück gekauft wird. Dazu gehören ein Zertifikat, ein Handschuh und eine Lupe, um die Rückseiten gut lesen zu können.

Der aus Bayern stammende Maschinenbaumeister Klaus Rieser schneidet die Kupferstangen auf Barrenlänge.
Copyright: Sandra Milden
Die Edelmetalle seselber zuießen, anstatt sie vom Händler zu besorgen, wäre ein weiterer Schritt. Auch Silber könne er sich vorstellen. „Wir wollen uns aber erst einmal als Marke etablieren im Bereich Halbedelmetalle“. Der Vertrieb läuft über Ebay, Katawiki und die eigene Internetseite. Die Zeit sei gut, meint Reiner. „Die Leute legen die Werte weg.“ Als Anlageform ist das Halbedelmetall Kupfer vergleichsweise neu und bei vielen Anlegern noch unbekannt. Der Feingehalt bei Kupfer beträgt üblicherweise 999/1000, der Barren besteht also aus 99,9 Prozent Feinkupfer.
Das Kölsche Grundgesetz ist in rund 47 Minuten gelasert. Im Laser wird jeweils nur auf einer Seite gearbeitet. Gut eine Stunde dauert im Schnitt die Fertigstellung eines ästhetischen Edelmetalls, made in Rodenkirchen. Ein 500 Gramm Kupferbarren kostet 79 Euro, in Messing 59 Euro.
