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Mangelnder Hitzeschutz?Vier Bäume für den Vorplatz des Bezirksrathauses Rodenkirchen

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Die Baustelle am Neubau des Bezirksrathauses Rodenkirchen.

Die Arbeiten am Neubau Bezirksrathaus Rodenkirchen laufen nach vorgesehenem Plan.

Kritik an Vorplatzgestaltung des neuen Bezirksrathauses – Sabine Müller fordert mehr Grün und Wasser statt Betonwüste

„Wir können hier beschließen, was wir wollen, wenn immer sofort auf Geld und Umplanungskosten hingewiesen wird“, hatte Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller im April in der Sitzung der Lokalpolitiker geäußert. Vorausgegangen war dieser nüchternen Zusammenfassung ein Schlagabtausch mit Markus Greitemann, bis Ende Mai städtischer Baudezernent. Es ging um Möglichkeiten, beim Neubau des Bezirksrathauses aus den Fehlern beim Maternusplatz zu lernen und Klimaaspekte, etwa eine Verschalung oder Kühlmöglichkeit, zu berücksichtigen und auf eine Betonwüste zu verzichten, die im Sommer den Platz aufheizt. Eine entsprechende mündliche Anfrage hatte Müller im Nachgang gestellt. Die Antwort der Verwaltung kam samt Lageplan zur letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Dort ist relativ gut ersichtlich, wie der Vorplatz vor dem neuen Bezirksrathaus gestaltet wird. Eingezeichnet sind vier jeweils 10,25 Quadratmeter große Baumscheiben mit Baumstrahlern für vier Amberbäume, eine Weihnachtsbaumhülse, überdachte und nicht überdachte Fahrradstellplätze, ein Briefkasten, Versorgungspoller, ein Lüftungsbauwerk als Sitzbank und ein Abfallbehälter. Rechts wie links ein Laubengang, der linker Hand, in die sogenannte Rheinpassage übergeht.

Kübel größer als auf dem Maternusplatz

Bei der Darstellung bezieht sich die Verwaltung auf die Auslobung zum Wettbewerb 2017. Dabei seien alle Anforderungen an den Rathausvorplatz definiert und somit als Auftrag und Ziel an die Gebäudewirtschaft formuliert worden. „Außer der Anforderung, dass im Sommer Bäume den Verweilenden Sonnenschutz bieten sollen, wurden keine weiteren Punkte für Klimaanpassungsmaßnahmen aufgeführt“, heißt es. Der Schatten werde über die vier Bäume auf dem Vorplatz erzielt. Die Kübel seien extra größer als auf dem Maternusplatz, damit diese mehr Verdunstung und Verschattung bringen.

Vor zwei Jahren legte die Verwaltung nach und schlug der Politik eine weitere „temporäre“ Grünfläche als „Option“ vor, um das Mikroklima um den Rathausvorplatz zu verbessern, als Ergänzung zur ursprünglichen Beschlussfassung. Die Fläche liegt linker Hand des Neubaus, Richtung Oststraße. Vorgeschlagen wurden eine wassergebundene Wegedecke, also ein unbefestigter Straßenbelag, schatten­spendende Bepflanzung und Retentionsmulden zur Regenwasserrückhaltung, die verhindern, dass die Fläche brachliegt. Außerdem kann sie zur Starkregenprävention genutzt werden.

Ob es bei der „Option“ bleibt, ist Entscheidung der Politik. „Die Grünfläche bleibt natürlich so lange bestehen, bis die Politik eine andere Nutzung für diese Fläche beschließen sollte. Ansonsten bleibt die Grünfläche, sobald sie hergestellt ist, auf unbestimmte Zeit erhalten und ist nicht zeitlich begrenzt. Die Fläche würde erst dann wieder versiegelt, wenn die Politik beschließen sollte, hier beispielsweise einen Hochbau zu errichten“, erklärt ein städtischer Pressesprecher.

Die offene Fläche kann also einen Gegenpol zum befestigten Vorplatz bieten, dessen Nutzung, nach Vorstellung der Planer, als Aufenthalts- und Veranstaltungsraum vorgesehen ist. „Nur aus diesem Grund wurde damals von Option gesprochen. Das Adjektiv ‚temporär‘ sollte unterstreichen, dass das Areal nicht immer Grünfläche bleiben muss, falls politisch nicht (mehr) gewünscht“, so der Stadtsprecher.

Müller bleibt skeptisch, ob vier Bäume auf dem Platz für den notwendigen Schatten in heißen Sommern ausreichen werden. „Es ist absehbar, dass beim Rathausvorplatz die gleichen Fehler wie beim Maternusplatz hinsichtlich Schatten und Befeuchtung gemacht werden. Die temporäre Grünanlage muss dauerhaft umgesetzt werden. Hier könnte auch die Anlage eines kleinen Gewässers erfolgen“, meint die Bezirksbürgermeisterin. „Die Haushaltslage ist bekannt. Da braucht es schon einen edlen Spender, wenn ein Brunnen oder Gewässer kommen soll.“