Abo

Schulbau im Kölner SüdenBaupläne für Gymnasium Rondorf wackeln – auch Gymnasium Rodenkirchen leidet

3 min
Nach zwei Jahren ist das Gymnasium Rondorf im Interim am Limit.

Nach zwei Jahren ist das Gymnasium Rondorf im Interim am Limit.

Vor zwei Jahren ging das Gymnasium Rondorf im Interim an den Start, weil der Umzug 2029 in Aussicht stand. Davon ist nicht mehr die Rede. 

Die Antwort der Verwaltung auf eine Rückfrage von Bündnis 90/Die Grünen, aus der Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen Ende April, ließ alle Fraktionen mit irritiertem Entsetzen zurück. Aus der Frage, „wann“ es denn mit den Schulbauten auf dem Neubaugebiet Rondorf Nordwest und damit mit Schulplänen im Kölner Süden weitergeht, wurde in der Antwort eher ein „ob“.

Dabei standen sogar anderweitige Anträge zu den Schulen im Kölner Süden im Raum, zu denen ein neuer Konsens gefunden werden musste. Eine Erinnerung ist nötig, die Ausgangslage vertrackt: Fragwürdig war von Anfang an die Entscheidung für ein Gymnasium in Rondorf. Der Schulausschuss hatte sich an den bestehenden, umstrittenen Ratsbeschluss gehalten und sich abschließend für ein Gymnasium im Neubaugebiet Rondorf Nord-West entschieden. Sämtliche Schulleiter, viele Politiker und Eltern hatten für eine Gesamtschule gestimmt. „Hauptsache, es wird eine Schule gebaut“, lautete letztlich der Tenor.

Sanierung verschoben – Finanzierung unklar

So ging das „GyRo“, das Gymnasium Rondorf, im Interim, neben der Gesamtschule Rodenkirchen, vor zwei Jahren an den Start, 2029 war der Umzug nach Rondorf in Aussicht gestellt. Dann sollte, so der Plan, das dringend sanierungsbedürftige Gymnasium Rodenkirchen hierhin ausgelagert werden, um die immer größer werdenden Schäden auszumerzen. Mittlerweile ist hier von einer „umfassenden Sanierung“ die Rede. Die Gymnastikhalle, die Sporthalle und der Pavillon sind nicht mehr zu retten und müssen abgerissen werden.

Nach der neuen Mitteilung der Verwaltung wurden sämtliche, zunächst in den Raum gestellten Möglichkeiten, „aufgrund fehlender Finanzierung“ gestoppt. Die Termine könnten nicht mehr gehalten werden, die Vertragsverhandlungen seien nicht abgeschlossen. „Derzeit finden hinsichtlich der Finanzierung verwaltungsinterne Absprachen statt und es ist unklar, wann eine Entscheidung getroffen wird, ob die Projekte weitergeführt werden“, heißt es.

Baugenehmigung läuft 2030 aus – Platz wird knapp

Und es wird gleich noch ein Problem angesprochen. Die Baugenehmigung läuft 2030 aus. „Wenn die Fertigstellung des Gymnasiums bis dahin nicht sichergestellt ist, müsste eine Verlängerung der Baugenehmigung und ein Ausbau des Interims erfolgen. Ob dies auf dem Grundstück möglich ist, müsste geprüft werden“, heißt es.

Eine Prüfung, die sich die Verwaltung schenken kann. Denn das Nachbargrundstück ist bereits an einen anderen Investor vergeben. Das Problem lässt sich daher nicht ohne Weiteres beheben. Das teilte dann auch Amtsleiter Hubertus Tempski mit, der die Sorge der Schulleiter beider Gymnasien schriftlich zu Protokoll gab. „Aufgrund von Verzögerungen beim Ausbau des Interims stößt das GyRo am Standort Eygelshovener Straße bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt an seine Grenzen“, sagt Tempski. Mit der Perspektive auf die Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2029 wären mögliche Einschränkungen verkraftbar gewesen. Eine Aufnahme eines oder mehrerer zusätzlicher Jahrgänge, die sich aus einer weiteren Verzögerung ergeben, ist an diesem Standort nicht möglich. „Alles auf Rot? Das ist ein absolutes No-Go. Die Antwort der Verwaltung lässt uns entgeistert zurück“, äußerte Oliver Ismail (Grüne) und sprach für alle: „Wir müssen wirklich wissen, was die Planung für die beiden Schulen ist.“

Im Raum stehen derzeit mehr Fragen als Antworten. Deshalb wurde der Beschluss gefasst, in dem eine dringende, termingerechte Fertigstellung des Gymnasiums Rondorf gefordert wird, auch um die mit einer Verzögerung verbundenen erheblichen negativen Auswirkungen auf das dringend sanierungsbedürftige Gymnasium Rodenkirchen zu vermeiden.

Da die Verwaltung Antworten schuldig bleibt, wurden darüber hinaus Fachgespräche gefordert, da sich die Probleme nur perpetuieren, sollten sie weiter auf die lange Bank geschoben werden. Diese sind seitens der lokalen Politik pro Quartal gewünscht und sollen mit Vertretern der Gebäudewirtschaft, des Amtes für Schulentwicklung, beauftragten Unternehmen, Vertretern der Schulleitungen und der Fraktionen stattfinden.