Pächter und Küchenchef Jörg Blöck erzählt, wie er den Brand seines Bootshauses erlebte – und warum er trotz allem optimistisch in die Zukunft blickt.
„Wie ein schlechter Traum“Sürther-Bootshaus-Pächter berichtet von Brand seines Restaurants

Ein Tag nach dem Brand auf dem Sürther Bootshaus ist von dem Schiff nicht mehr viel übrig.
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Insgeheim gab es da schon noch die Hoffnung, dass Jörg Blöck am Mittwochmorgen aufwacht und sich alles nur als Albtraum herausstellt. „Aber nach dem Schock von gestern ist der Schock von heute geblieben. Die ganze Situation fühlt sich an, wie ein schlechter Traum“, sagt der Pächter und Küchenchef des Sürther Bootshauses, einen Tag nachdem sein Schiffslokal in Flammen aufgegangen ist.
Am Dienstagnachmittag war im Sürther Bootshaus ein Feuer ausgebrochen, das binnen kurzer Zeit auf das komplette Dach übergriff. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten aus und konnten den Brand bis zum Abend löschen – doch das schwimmende Restaurant im Rhein, eines der bekanntesten Ausflugsziele im Kölner Süden, brannte vollständig aus. Der Brand traf das Bootshaus in einem ohnehin prekären Moment. Wegen des extremen Rhein-Niedrigwassers lag das Schiff seit Tagen in Teilen auf Grund, mit einer Schräglage von rund acht Prozent.
„So als wollte man mit der Gießkanne ein Buschfeuer löschen.“
Blöck und sein Team bekamen den Brand hautnah mit. Es war Ruhetag, das Team hatte einen Putztag angesetzt: Pflanzen raus, Terrasse säubern, Spinnweben entfernen – die Arbeiten also, die im laufenden Betrieb sonst liegen bleiben. Fünf Mitarbeitende waren vor Ort. „Plötzlich haben wir festgestellt, dass Rauch aus dem Kamin strömte. Dann ging es ratzfatz. Wenig später loderten schon die ersten Flammen auf dem Dach“, erzählt Blöck.
Er habe noch versucht, das Feuer mit einem Gartenschlauch zu bekämpfen: „Aber das sah eher lächerlich aus. So als wollte man mit der Gießkanne ein Buschfeuer löschen.“ Er und seine Mitarbeiter konnten sich glücklicherweise selbst aus dem Schiff retten und blieben unverletzt.

Sürther Bootshaus Küchenchef Jörg Blöck an Deck seines Restaurants, das wenige Tage später abbrannte.
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Für Blöck ging sein Lebensinhalt in Flammen auf. Im Oktober 2018 erwarb der Rodenkirchener Geschäftsmann Achim Pesch das Bootshaus samt komplettem Bootsanleger und begann eine Komplettsanierung mit viel Eigenleistung. Die ursprünglich für Herbst 2019 vorgesehene Eröffnung platzte, ein Hochwasser Anfang 2020 sowie die Corona-Pandemie sorgten für weitere Verzögerungen. Seit September 2020 führt Blöck das Bootshaus gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ursula Seigner.
Das Ausmaß der Zerstörung ist Blöck und seinem Team am Mittwochmorgen, bei einer ersten Begehung, deutlich geworden, erzählt er: „Das, was das Feuer nicht zerstört hat, hat das Wasser zerstört. Und selbst bei den wenigen Dingen, die unversehrt geblieben sind, werden wir den Brandgeruch nie wieder rausbekommen.“ Das meiste, was Blöck am Mittwoch gesehen habe, „war ein Haufen Asche.“
Was die Brandursache angeht, hält sich Blöck noch mit Spekulationen zurück. „Die Brandermittler von der Polizei waren heute da. Es wird dazu ein Gutachten geben.“ Eine Vermutung habe er schon. „Aber solange das noch nicht spruchreif ist, kann ich mich dazu nicht äußern.“
Trotz all der schlechten Nachrichten blickt Blöck aber optimistisch in die Zukunft: „Wir werden das Bootshaus definitiv wieder aufbauen und wieder eröffnen“, sagt er. Ein Zeitplan steht einen Tag nach dem Brand selbstredend noch nicht fest. Zunächst müssen die Gutachter der Versicherung ihre Arbeit abschließen. Aber Blöck ist gut versichert, sagt er, und ist guten Mutes, dass er die Schäden ersetzt bekommt. Er habe bereits „erste Signale bekommen, dass wir da eine schnelle Lösung finden werden.“ Auch die finanzielle Zukunft der 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei gesichert. „Wenn die Versicherung greift, werden die ganz normal weiterbezahlt“, sagt Blöck.
Bewegt zeigt sich Blöck von der Anteilnahme aus der Nachbarschaft und darüber hinaus: „Ich habe fast 200 WhatsApp-Nachrichten bekommen und die gleiche Anzahl an E-Mails nochmal, und ich weiß nicht, wie viele Anrufe. Die Betroffenheit ist sehr groß, auch bundesweit.“ Alle hätten Hilfe angeboten – „das war sehr, sehr berührend.“
An seine Gäste und die Nachbarschaft richtet Blöck eine klare Botschaft: „Die große Anteilnahme und der Zuspruch hilft uns wirklich sehr. Wir werden wieder aufmachen und wir freuen uns schon, euch alle wiederzusehen.“
