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Zurück ins zweite WohnzimmerWiedereröffnung – Die Gaststätte Alt Weiss bekommt neue Pächter

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Die Gaststätte Auf der Ruhr wurde erstmalig in den 1970er Jahren von Maria Hannapel geführt. Das Alt Weiss ist seit 1976 die Gaststätte auf der Ruhr.

Die Gaststätte Auf der Ruhr wurde erstmalig in den 1970er Jahren von Maria Hannapel geführt. Das Alt Weiss ist seit 1976 die Gaststätte auf der Ruhr.

Das Alt Weiss in Weiß öffnet am 11. April mit neuen Pächtern – Martin und Jessica Richter – und einem frischen Brauhauskonzept.

Derzeit wird noch ordentlich der Feudel geschwungen. Eine Aufgabe für die gesamte Familie, auch Eltern und Schwiegereltern helfen aus. Am Samstag, 11. April, wird das Alt Weiss im gleichnamigen Ortsteil wieder eröffnen. Die neuen Pächter sind Martin und Jessica Richter. Das junge Ehepaar, das selbst in Weiß wohnt, hat über zwei Jahre nach einer geeigneten Location gesucht. „Ich möchte dem Dorf und der Altgemeinde ihr zweites Wohnzimmer zurückgeben. Am liebsten wäre mir, die Leute kommen ohne Smartphone, sitzen zusammen und quatschen wie früher“, sagt Pächter Richter. Denn die derzeit einzige Kneipe im Ort war für viele Weißer schon immer ihr zweites Wohnzimmer, wo man sich kennt und sich auf ein Feierabend-Kölsch trifft.

Fast alles bleibt so, wie es auch schon immer war. Als die Gaststätte 1972, unter Maria Hannapel, erstmalig eröffnete, war das „Alt Weiss“ über das dörfliche Veedel hinaus bekannt. Aus der Zeit stammt immer noch ein Teil der rustikalen, soliden Einrichtung aus Eiche. „Allein für die Theken- und Schankraumeinrichtung musste ein kleiner Eichenhain geschlagen werden“, hieß es damals in der Zeitung. Der gerahmte Zeitungsbericht bleibt ebenso Inventar, wie auch ein feines Vitrinenschränkchen, gefüllt mit altem Porzellan der Hannapels. „Das gehört hier zur Atmosphäre“, sagt Richter. Maria Hannapel führte die Gaststätte bis 1982, seitdem ist sie durchgehend verpachtet.

Kölsche Küche und neues Brauhauskonzept

Zuletzt, ab Sommer 2020, bot das Alt Weiss badische und Balkanküche. Pächter Richter setzt in Zukunft auf „kölsche Küche in Brauhausatmosphäre“. Ein neuer Koch wird erst im Mai seine Arbeit aufnehmen. „Das muss sich alles erst noch einspielen“, sagt Richter. Der gelernte Maler und Lackierer kennt sich am Zapfhahn bestens aus. Zuletzt arbeitete er in der Maternusstube in Rodenkirchen. Mit Gaffel und Reissdorf kommen zwei Kölsch (das 0,2 l kostet 2,10 Euro) in den Ausschank. Dazu wird Budweiser (0,3 l für 3,50 Euro) ausgeschenkt. Die Weinkarte wird mit je einem Weißwein, Rosé und Rotwein übersichtlich bleiben.

„Wir wollen eher ein kleines Brauhaus sein“, sagt Richter. Gut 80 Personen finden rund um den Barbereich, an den elf Tischen und im anliegenden separaten Veranstaltungsraum Platz. Die Karte ist noch nicht gedruckt, die Vorfreude dafür umso größer. Vereine, wie die Kapelle Jonge, haben aber bereits ihren „Einzug“ angekündigt, das Vereinsschild wird wieder an die Wand geschraubt. Richter denkt auch über ein Oktoberfest, vielleicht ein Sommerfest und regelmäßige, kleine Konzerte nach, bei denen der Hut herumgehen soll.

Am Samstag, 11. April, ab 17 Uhr, öffnen sich erstmals die Türen wieder im Alt Weiss. Zum gemeinsamen Einstimmen laden die Richters zu kleinen Häppchen ein. Das Kölsch kostet zur Eröffnung 2 Euro. Dann ist zunächst einmal täglich geöffnet. Von Montag bis Donnerstag von 12 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag von 12 bis 24 Uhr und sonntags von 13 bis 23 Uhr.


Alt Weiss, Auf der Ruhr 46