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Sechs Monate vor TerminFreie Sicht an der Rheinuferpromenade

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Klare Linien, mehr Raum für alle Verkehrsteilnehmer und Verweil-Zonen kennzeichnen die Gestaltung.

Köln – Noch ist es ein relativ kleines Teilstück, gibt aber schon einen guten Ausblick auf die künftige Gestaltung der gesamten Rheinuferpromenade: Der neu gestaltete Bereich vom Schokoladenmuseum bis zur Deutzer Brücke wurde nun freigegeben – sechs Monate früher als ursprünglich geplant.

Wobei die Neugestaltung eher evolutionärer denn revolutionärer Natur ist. „Es fügt sich so harmonisch zusammen, dass man den Unterschied zu vorher kaum bemerkt“, meinte Verkehrsdezernent Ascan Egerer.

Barrierefreiheit und freie Aussicht

Was dann auch wieder etwas untertrieben ist. Die ehemaligen Hochbeete wurden entfernt, freie Sichtachsen geschaffen und die Bäume teilweise mit Blöcken aus Basaltlava umfasst, die auch als Sitzgelegenheiten dienen. Die Promenade wurde in Durchgangs- und Ruhezonen unterteilt, die im Belag erkennbar sind. Entlang der Hochwasser-Mauer wurden Sitzbänke aufgestellt, der komplette Bereich ist jetzt barrierefrei und mit taktilen Elementen für sehbehinderte Menschen ausgestattet.

Ganz neu und von der Stadt selbst entwickelt ist auch das Ufergeländer: Auch dieses Design dient nun als Blaupause für die künftige Ufergestaltung sowohl links- wie rechtsrheinisch. Mit 1,30 Metern Höhe erfüllt es alle geltenden Vorgaben auch für den Radbetrieb, die Streben wurden bewusst vertikal angelegt, um die freie Durchsicht auf den Rhein zu gewährleisten. Einzelne Elemente können bei Beschädigungen ausgetauscht werden.

Aus für 6 Platanen

Nun ist es amtlich: Dem Neubau der Kragplatte an der Rheinuferpromenade werden sechs rund 70 Jahre alte Platanen zum Opfer fallen. Wie berichtet, hatte die Stadt einen Baumgutachter eingeschaltet, um die Standsicherheit der Bäume zu untersuchen. Ergebnis: Die Platanen müssen gefällt werden. Ihre Wurzeln nutzen die vorhandene Betonkonstruktion als Widerlager. Sobald die Kragplatte entfernt wird, drohen die Bäume umzukippen. Laut Stadt soll es Ersatzpflanzungen an gleicher Stelle geben, zudem werde man zusätzliche Bäume pflanzen. (fu)

3,5 Millionen Euro kostete die Umgestaltung des etwa 400 Meter langen Abschnittes, wobei allein 900 000 Euro auf das neue Gelände entfielen. Egerer zeigte sich zuversichtlich, dass auch beim folgenden Abschnitt zwischen Deutzer Brücke und Altstadt sowohl der Kosten- wie der Zeitplan eingehalten werden kann. Dort allerdings ist die Neugestaltung wegen des Austausches der Kragplatte – der Sockel der Promenadenkonstruktion – deutlich aufwändiger.

Der provisorische Radstreifen durch den Rheingarten soll dann auch so schnell wie möglich wieder verschwinden. Ein anderer dagegen darf bleiben: Das Provisorium auf der Rheinuferstraße wird zur Dauerlösung, der Zweirichtungsradweg bleibt erhalten. Eine entsprechende Vorlage werde zurzeit erarbeitet, bestätigte Verkehrsdezernent Ascan Egerer: „Der Radstreifen hat sich bewährt, ohne den motorisierten Verkehr zu behindern.“ Der endgültige Radweg soll dann eine Breite von fünf Metern haben.

Halsbandsittiche verursachen Extra-Arbeit

Etwas Extra-Arbeit verursachten übrigens die Halsbandsittiche, die ihr abendliches Domizil vom Rheinauhafen Richtung Deutzer Brücke verlegten. Dort mussten die neuen Platten fest verfugt werden, damit die AWB leichter das wegspülen können, was die Vögel nicht mehr brauchen. So richtig berechenbar sind die lieben Tierchen aber nicht: Sie ziehen von Zeit zu Zeit gerne mal um. Die Promenade selbst wird zweimal am Tag gereinigt.