Köln – Die Sirenen heulten in Porz, genauso wie in der Innenstadt: Um 10.35 Uhr am Donnerstagvormittag schreckten viele Kölner auf und fragten sich: Was ist in der Stadt los? Ist eine Katastrophe passiert? Um eine Antwort zu bekommen, griffen die Bürger zum Telefon und wählten die Notrufnummer „110“.
Dies bekamen die Mitarbeiter der Feuerwehr in der Leitstelle der Hauptfeuerwehr in Weidenpesch deutlich zu spüren. Über zehn bis 15 Minuten glühten die Telefone regelrecht. „Wir mussten die Leitstelle personell verstärken“, sagte Feuerwehrspreche Ulrich Laschet der Rundschau. Kaum war ein Notruf abgearbeitet, klingelte es schon wieder. Laschet sprach von „sehr vielen Anrufen“.
Ertönt war der „scharfe Warnton“
Immer wieder mussten die Mitarbeiter den Anrufern erklären, dass es sich um einen Fehlalarm handelt und es in der Stadt keinen Großeinsatz und eine Gefahr für die Bevölkerung gibt.
Denn zu allem Ungemach ertönte nicht etwa der Dauerton zur Entwarnung, sondern der „scharfe Warnton“, wie die Feuerwehr sagte. Das heißt eigentlich: Fenster und Türen zu, vom Freien ins Gebäude und das Radio einschalten. Wie in den sozialen Medien zu lesen war, machten dies auch einige Bürger. Als die Feuerwehr das Malheur mitbekam, reagierte sie schnell.
Menschlicher Fehler führte zur Auslösung
Rasch wurde bei Twitter gemeldet, dass es sich um einen Fehlalarm handelt und auch sonst wurde auf den offiziellen Kanälen Entwarnung gegeben. Bei Wartungsarbeiten sei es zu einer Fehlbedienung gekommen, sagte Feuerwehrsprecher Laschet. „Es war ein menschlicher Fehler. Wir bedauern dies“. Einen ähnlichen Vorfall gab es laut Feuerwehr bereits vor einigen Jahren in Köln, damals führte ein technischer Defekt zur Auslösung des Sirenentons. Die Feuerwehr kann dem Fehlalarm aber auch etwas Gutes abgewinnen. „Die Bürger haben den Sirenenton wahrgenommen, melden sich und fragen, was zu tun ist“, sagte Laschet weiter.
Der nächste richtige Probelauf für die Sirenen findet am Donnerstag, 8. September 2022, statt. Dann werden die Systeme auf Funktionalität überprüft. Um 11 Uhr lösen alle Kölner Sirenen aus. Der Probealarm beginnt mit einem einminütigen Dauerton, der im Ernstfall „Entwarnung“ bedeutet. Danach folgt eine fünfminütige Pause. Anschließend ist ab 11:06 Uhr ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton zu hören.
Dabei handelt es sich um das eigentliche Warnsignal, das bei einem echten Notfall auf eine Gefahrenlage hinweist und die Bürger aufgefordert werden in geschlossene Räume zu gehen. Nach einer weiteren fünfminütigen Pause schließt um 11:12 Uhr ein einminütiger Entwarnungsdauerton den Probealarm ab. Im Ernstfall werden auch Lautsprecherwagen eingesetzt. Passend zu dem noch kommenden Probealarm schreibt ein Nutzer der Twitter-Seite der Feuerwehr: „Immerhin wissen wir jetzt, dass sie funktionieren und müssen nicht bis September warten.
