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Manchmal gibt es blaue FleckenSommer-Cup der Cologne Bombs im Kölner Stadionbad

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Nur Mut: Florian Dods bei seinem bislang höchsten Sprung aus 21 Metern Höhe.

Nur Mut: Florian Dods bei seinem bislang höchsten Sprung aus 21 Metern Höhe. Am Wochenende startet er beim Springen im Kölner Stadionbad.

Angst? Nein, aber Respekt hat Florian Dods jede Menge. Erst vor einem guten halben Jahr hat er mit dem Springen begonnen. Und die Lust am Adrenalinkick entdeckt. 

Florian Dods (25) beugt sich vorsichtig nach vorn und schaut respektvoll in die Tiefe. „Fünf“ brüllt der Mann neben ihm, dann zählt etwa ein Dutzend Menschen lautstark rückwärts. Wenn der Countdown läuft, gibt es kein Zurück mehr, das weiß auch Dods. Kraftvoll und aufmunternd schlägt er sich auf die Brust, dann springt er ab, saust durch die Luft und klatscht zusammengerollt wie eine „Katze“ – so der Name des Sprungstils – ins Wasser. Dann jubeln die Menschen. Und auch Florian Dods. Denn er ist gerade aus 21 Metern Höhe ins Wasser gesprungen. Persönlicher Rekord.

Der gelernte Dachdecker aus Windhagen wird an diesem Wochenende im Kölner Stadionbad beim Sommer-Cup der Cologne Bombs antreten. Er hat sich eine Wildcard gesichert und wird als Nicht-Mitglied auf den knapp zehn Meter hohen Sprungturm klettern. „Der Respekt ist groß, Wettkämpfe sind neu für mich“, sagt Dods, der springende Quereinsteiger. Als 14-Jähriger habe er sich ein Herz gefasst und sei zum ersten Mal vom Zehner gesprungen. Und dann zehn Jahre nicht mehr. Bis er es vorigen November im Agrippabad gleich mit einem Saltonacheinander von allen Höhen versuchte. Einer. Dreier. Fünfer. Dann Siebeneinhalb Meter. Und schließlich der Zehner.

Beim Sommer-Cup geht es um 1000 Euro Preisgeld

Das Stadionbad feiert in diesem Sommer Geburtstag, denn vor 100 Jahren war das Bad feierlich von Oberbürgermeister Konrad Adenauer eröffnet worden und galt als eine der modernsten deutschen Sportstätten. Zu den „Deutschen Kampfspielen“ sollen im Jahr 1926 rund 70.000 Menschen ins Stadionbad gekommen sein, um der deutschen Schwimmelite zuzjubeln. Auf viele Gäste hoffen die Kölnbäder nun auch am Wochenende, obwohl das Wetter nicht unbedingt freibadtauglich werden soll.

Spektakuläre Sprünge sind garantiert, wenn die Cologne Bombs am Start sind. Im Stadionbad wollen sie ebenfalls einige Show-Sprünge zeigen.

Spektakuläre Sprünge sind garantiert, wenn die Cologne Bombs am Start sind. Im Stadionbad wollen sie ebenfalls einige Show-Sprünge zeigen.

Schon früher, so erzählt es Florian Dods, habe er im Kindergarten zu denjenigen gehört, die auch mal „rückwärts von der Heizung“ gesprungen sind. Die in oder andere Schramme war inbegriffen. Vor gut einem Jahr packte ihn dann die Lust am Wasserspringen. „Der Adrenalinkick ist groß“, nennt er einen der Gründe für sein Hobby, das er als „Extremsport“ bezeichnet. In den sozialen Netzwerken folge er schon länger den Aktivitäten Cologne Bombs, die bei zahlreichen Veranstaltungen artistische Sprünge zeigen. Wäre das nicht ein Verein für Florian Dods? „Auf jeden Fall. Ich werde mich anmelden“, sagt er.

Auch Arschbomben sind erlaubt

Vier Sprünge werden im Wettkampf am Wochenende von einer Jury bewertet, die besten 20 Teilnehmenden erreichen das Finale am Sonntag. Es geht um ein Preisgeld von 1000 Euro. Also volles Risiko? „Man muss vor dem Wettkampf alle vier Sprünge ankündigen. Ich kann auf Nummer sicher gehen oder einen ganz neuen Sprung zeigen“, überlegt Florian Dods. Entschieden hat er sich noch nicht.

Neulich hat er einen „Late 360“ geprobt, anschließend musste er längere Zeit mit blauem Auge leben. Statt mit Armen und Beinen voran ins Wasser einzutauchen, klatschte er auf die Seite. „Ich sah aus wie ein Monster“, erzählt er belustigt. Manchmal gebe es blaue Flecken, aber aus zehn Metern Höhe sei das Verletzungsrisiko überschaubar, stellt er fest. Wenn er im Schwimmbad seine Sprünge trainiert, komme es manchmal vor, dass ihm Kinder Fragen stellen und genau wisen wollen, wie er trainiere.

Anfangs habe er nicht so genau gewusst, was ihn beim Wettsprimngen erwartet. „Ich war nie der Typ, der mit möglichst wenigen Spritzern ins Wasser getaucht ist“, erzählt er. Doch bei den Cologne Bombs ist das kein Problem, auch gepflegte Arschbomben gehen durch. Doch auch hier mus die Technik bei der Landung stimmen. Alles im Sinne des Spektakels.