Rund 1000 Schülerinnen und Schüler hatten auf dem Ausbildungs-Campus der Handwerkskammer die Chance, handwerkliche Berufe kennenzulernen.
Tag des HandwerksKölner Handwerkskammer veranstaltet Mitmach-Tag für Schüler

Bei verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten konnten die Jugendlichen ihr Geschick testen.
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Hier wurde gehämmert, gehobelt oder gesägt, dort Beton gemischt, gemauert oder geschraubt – in der Pop-up-Handwerkswelt auf dem Ausbildungscampus der Kölner Handwerkskammer in Ossendorf war viel los am Freitag. Im Rahmen des bundesweiten „Tags des Handwerks“ veranstaltete die Kammer zum wiederholten Mal einen Mitmach-Tag. Der Einladung folgten rund 1000 Schüler und Schülerinnen in Begleitung von Lehrkräften.
In einem Zeltdorf, in dem sowohl Innungen als auch Ausbilder der Handwerkskammer Branchen aller Art präsentierten, konnten die Besucher und Besucherinnen an zahlreichen Praxisstationen ihr handwerkliches Geschick ausprobieren und sich über Karrieremöglichkeiten informieren. Hinzu kamen Führungen durch die Werkstätten des Campus bei laufendem Betrieb.
Schüler probieren spezifische Arbeiten der jeweiligen Berufe aus
Am Stand der Zimmerer zeigte Ausbilder Michael Levardi, wie sich aus Hölzern eine Leonardo-Brücke bauen lässt: eine Bogenkonstruktion, deren Bauteile sich durch geschickte Verschränkung gegenseitig stützen, sodass keine Fixiermittel nötig sind. Bei den Dachdeckern konnten die Jugendlichen Biberschwanzziegel auf Traglatten zu einer geschlossenen Fläche anordnen oder Schieferplatten mithilfe eines Hammers in eine Herzform bringen.

Viele der Jugendlichen konnten noch nicht genau sagen, welchen Beruf sie anstreben.
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Oben auf einem eigens aufgestellten Gerüst informierte Niklas Teipel von der Firma S. Wegener über den Gerüstbau. Der Stand der Karosseriebauer und Kfz-Mechatroniker lud zum Reifenwechsel ein, und bei den Metallbauern hatten die Besucher Gelegenheit, an einer Werkbank einen Vierkantstahl spiralig zu verdrehen, bevor er zu einem Flaschenöffner geschmiedet wurde.
Auszubildende werden immer älter
Neben vielen weiteren Angeboten, sich praktisch zu betätigen, gab es auch die Möglichkeit, reale Einblicke in Berufswelten durch 360-Grad-Videos für Azubis zu gewinnen. Die VR-Brillen für die digitale Berufsorientierung hielt die Firma twinC bereit.
Die wenigsten der befragten Jugendlichen hatten eine klare Vorstellung davon, welchen Beruf sie einmal ausüben möchten. Koch, sagte einer, Kfz-Mechatroniker ein anderer, und eine junge Frau antwortete, sie sehe sich in einem Büro oder einer Arztpraxis. Die Auszubildenden würden immer älter, denn viele Abiturienten, Studienabbrecher und junge Akademiker seien darunter, war von Michelle Vosen zu hören, die bei der Handwerkskammer als Karrierecoach in der beruflichen Orientierung tätig ist.
Konditoren, Bäcker und Fleischer werden gesucht
„Händeringend“ gesucht würden unter anderem Konditoren, Bäcker und Fleischer, groß sei auch der Bedarf an Augenoptikern und Hörakustikern. Ebenfalls gebraucht und wegen der Vielzahl der Betriebe in Köln häufig eingestellt würden Fachkräfte der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektriker. „Extrem beliebt“ sei der Beruf des Tischlers, der „romantische“ Assoziationen hervorrufe, sagte Vosen. Michael Schnitzler, Pressesprecher der Handwerkskammer, ergänzte, hoch in der Gunst stünden auch Tätigkeiten, die etwas mit Nachhaltigkeit zu tun haben, ob es nun darum geht, Wärmepumpen zu installieren, oder darum, Solaranlagen auf Dächer zu schaffen.
„Der Tag des Handwerks bringt Berufsorientierung dorthin, wo sie am besten funktioniert: ins praktische Erleben“, sagte Erik Werdel, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln. „Wer selbst einen Stromkreislauf schließt, Metall bearbeitet oder ein Vogelhaus baut, bekommt ein unmittelbares Gefühl dafür, was handwerkliches Arbeiten bedeutet. Genau solche Erfahrungen können den entscheidenden Impuls geben, sich näher mit einer Ausbildung zu beschäftigen.“ Ein Schüler der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Chorweiler sagte schlicht: „Das ist ein schöner Tag.“
