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Trainsurfing14-Jähriger stirbt nach Unfall auf Zugdach in Köln

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11.10.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Rettungskräfte und ein Hubschrauber sind nach einem schweren Unfall beim Trainsurfing im Einsatz. Ein 14-Jähriger war auf dem Dach eines Zuges mitgefahren und lebensgefährlich durch einen Stromschlag verletzt worden. Foto: Jan Ohmen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte sind nach einem schweren Unfall beim Trainsurfing im Einsatz. Ein 14-Jähriger war auf dem Dach eines Zuges mitgefahren und lebensgefährlich durch einen Stromschlag verletzt worden. Am Mittwoch ist er gestorben.

Nach dem schweren Trainsurfing-Unfall vom Sonntag in Köln steht nun fest: Der 14-Jährige hat seine Verletzungen nicht überlebt.

Der 14-Jährige, der vergangenen Sonntag (11. Oktober) bei einem schweren Unfall auf dem Dach eines Regionalexpress lebensgefährlich verletzt wurde, ist tot. Das bestätigte eine Sprecherin der Bundespolizei am Donnerstag auf Anfrage. Der Junge sei bereits am Mittwoch gestorben.

Der Jugendliche war am Sonntagabend auf dem Dach des RE 5 mitgefahren, als er durch einen Lichtbogen an der unter Hochspannung stehenden Oberleitung schwer verletzt wurde. Er erlitt Verbrennungen an rund 80 Prozent seines Körpers. Rettungskräfte konnten ihn erst bergen, nachdem die Oberleitung stromlos geschaltet worden war. Anschließend wurde er in die Spezialklinik für Schwerstverbrannte nach Köln-Merheim gebracht.

Tathergang weiterhin unklar

Wo, wie und wann der 14-Jährige auf das Dach des Zuges gelangte, ist weiterhin unklar. Neue Erkenntnisse zum Tathergang gibt es nach Angaben der Bundespolizei nicht. Dass es sich um einen Fall des sogenannten Trainsurfings gehandelt habe, liege laut der Sprecherin „nahe“.

Die Bundespolizei sperrte die Bahnstrecke bis kurz vor Mitternacht; betroffen waren neben dem RE 5 auch die Linien RE 22, RB 24 und RB 26. Der Zug wurde später zum Bahnhof Köln Süd geschleppt, wo der Großteil der rund 600 Reisenden ausstieg. Mehrere Passagiere, darunter ein Zeuge des Unfalls, wurden noch im Zug medizinisch versorgt; der Lokführer konnte seinen Dienst nicht fortsetzen. Insgesamt waren nach Angaben der Feuerwehr rund 50 Einsatzkräfte an dem Einsatz beteiligt.

Immer wieder warnen Polizei, Feuerwehr und Deutsche Bahn eindringlich vor dem Phänomen Trainsurfing. Es bezeichnet das unbefugte Mitfahren außen an einem Zug – auf dem Dach, an der Kuppel der Verbindungsschienen oder an der Trittleiter des Führerstands. Mit der Kampagne „Achtung Bahnstrom! Sucht euch was anderes!“, das unter anderem einen Präventionsfilm, Interviews, Flyer und Unterrichtsmaterial umfasst, klärt die Behörde gemeinsam mit der Deutschen Bahn an Schulen über die Gefahren auf.

Nach eigenen Angaben verzeichnet die Bundespolizei deutschlandweit fast monatlich Bahnstromunfälle mit Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden, die überwiegend auf Leichtsinn oder Mutproben für Selfies zurückgehen. In Nordrhein-Westfalen war das Phänomen in den vergangenen Jahren allerdings „glücklicherweise nicht sehr stark ausgeprägt gewesen“, sagte eine Sprecherin. Landesweit kam es in diesem Jahr zu zwei Fällen, bei denen Personen auf dem Zugdach mitfahren wollten. Eine Person konnte noch vor Abfahrt angetroffen und davon abgehalten werden, der andere Fall endete tödlich.