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Köln war seine WahlheimatTrauer um Ralf Richter – „Kalle Grabowski“ bleibt unsterblich

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Schauspieler Ralf Richter

Schauspieler Ralf Richter ist im Alter von 69 Jahren gestorben.

Mit der Figur des cholerischen Gansters Kalle Grabowski erreichte er Kultstatus. Jetzt ist der Schauspieler im Alter von 69 Jahren gestorben.

„Und wenn ich rauskomm', dann will ich, dass meine Olle in Pumps, mit diesem Fahrzeug, Mercedes 500 SEC, vollgetankt und auf Hochglanz poliert, auf mich wartet, hier draußen vor der Tür. Ist das machbar?“ Es sind Sätze wie diese, die Ralf Richter 1999 zur Kultfigur machten. Schlechte Laune, ruppige Sätze im rauen Ruhrpott-Tonfall – das war Kalle Grabowski, der cholerische Kult-Gangster aus Peter Thorwarths Kino-Erfolg „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“. Diese Figur hat Ralf Richter für seine Fans unsterblich gemacht. Sie liebten auch den „Bauarbeiter Kalle“ in Thorwarths zweitem Kino-Hit „Was nicht passt, wird passend gemacht“: ein Prolet mit großem Herz unter der harten Schale. Nun ist der Schauspieler im Alter von 69 Jahren gestorben.

Ralf Richter als Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“.

Ralf Richter als Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“.

Das bestätigte sein Sohn Maxwell Richter gegenüber der Bild‑Zeitung. „Meinem Vater ging es seit Längerem gesundheitlich sehr schlecht. Er litt an COPD und einer Herzunterfunktion. Eine Vene zum Herzen hat nicht mehr richtig gearbeitet“, wird er zitiert. „Deshalb war er schon vor ein paar Monaten in der Klinik. Danach hat er weiter abgebaut.“

Kölner Südstadt zur Wahlheimat auserkoren

Schon vor vielen Jahren hatte Ralf Richter Köln zur Wahlheimat auserkoren. In der Südstadt fühlte er sich wohl. An der Seite des ehemaligen Fortuna-Köln-Präsidenten Klaus Ulonska und des Künstlers Cornel Wachter engagierte sich Ralf Richter unter anderem für den Verein Vringstreff, die Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Wohnung im Kölner Süden.

Das Archivbild von 1999 zeigt Hans Pollak (Uwe Ochsenknecht, 2.v.r.), Edelfan des Fußball-Erstligisten FC Schalke 04, der im neuen Kinofilm "Fußball ist unser Leben" (Szenenfoto) neben seinen Kumpels vom Fanclub "Dios Knappen Gelsenkirchen", Theo (Walter Gontermann, l), Mike (Ralf Richter) und Bernie (Michael Sideris, r) steht.

Ralf Richter (2. v.l.) im Kinofilm „Fußball ist unser Leben“ aus dem Jahr 2000.

Richter wurde am 17. August 1957 in Essen geboren und wuchs als zweitältestes von acht Kindern des Architekten Otto Richter und seiner Frau Hannelore in einem katholisch geprägten Bochumer Arbeiterviertel auf. Sein jüngerer Bruder Frank-Martin Strauß wurde als Künstler und Musiker unter dem Namen FM Einheit bekannt. Nach einer Schreinerlehre besuchte Richter ab 1977 zwei Jahre lang die Westfälische Schauspielschule Bochum – wurde dort nach eigenen Angaben später als „nicht ausbildungsfähig“ verwiesen. Zum Schauspiel war er eher zufällig gekommen: Er war zum Termin der Aufnahmeprüfungen gerade in Bochum.

Kultstatus erlangte Ralf Richter als Kalle Grabowski

Nach Engagements an der Freien Volksbühne Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Theater Bonn zog Richter 1981 nach München. Dort besetzte ihn Wolfgang Petersen als vulgären Zentralemaat Frenssen im Kriegsdrama „Das Boot“ – die Rolle, die ihn erstmals einem breiten Publikum bekannt machte. Es folgten Rollen in Filmen wie „Rote Erde“ (als Bergmann Otto Schablowski), „Die Katze“ von Dominik Graf, „Abwärts“ (1984) und „Superstau“(1991), in dem er einen gestressten Gelsenkirchener Bergmann auf dem Weg in den Korsika-Urlaub spielte. Richter spielte fast durchweg harte, „böse“ Charaktere oder Ruhrpott-Proleten – eine Vorliebe, die er nach eigener Aussage auf eine Familie aus seiner Kindheitssiedlung zurückführte, die er als „extrem asi“ empfunden habe.

Ralf Richter (l) als Onkel Josef und Elke Heidenreich als Tante Henni in einer Szene aus "Radio Heimat"

Ralf Richter als Onkel Josef und Elke Heidenreich als Tante Henni in einer Szene aus „Radio Heimat“ aus dem Jahr 2016.

Den endgültigen Kultstatus erreichte er dann 1999 als Kalle Grabowski. „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ läuft im UCI Bochum im Ruhr Park seit über 25 Jahren ohne Unterbrechung im wöchentlichen Programm. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Richter zudem mit Regisseuren wie Oskar Roehler und Til Schweiger zusammen und war in zahlreichen Serien wie „Auf Achse", „Balko", „Der Alte", „Alarm für Cobra 11" und mehrfach im „Tatort" zu sehen.

Zuletzt hatte Richter mit seinem Sohn Maxwell an einem persönlichen Projekt gearbeitet: „Grabowski – Alles für die Familie“ sollte ihn in einer Dreifachrolle als Karl-Heinz, Kalle und Harry Grabowski noch einmal seine bekanntesten Figuren aus der sogenannten „Unna-Trilogie“ von Peter Thorwarths Filmen spielen lassen. Vater und Sohn schrieben das Drehbuch gemeinsam, mehr als 1.200 Unterstützer brachten per Crowdfunding rund 127.000 Euro für die Produktion auf. Mehrfach wurde das Projekt verschoben.

Ralf Richter war zweifacher Vater und hatte sechs Enkelkinder.