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Steigender WasserverbrauchTrockenheit – Das sagen die Rheinenergie und Kölner Gärtner

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Die Trockenheit ist am Kölner Rheinufer deutlich zu sehen (Bild vom 14. Juli).

Die Trockenheit ist am Kölner Rheinufer deutlich zu erkennen (Bild vom 14. Juli). 

Die Trockenheit ist allgegenwärtig in Köln. Müssen wir uns Sorgen machen und wie reagiert man am besten darauf?

Seit einigen Wochen hat es so gut wie gar nicht geregnet in Köln. Verbunden mit teilweise extremer Hitze macht sich dies auch in der Natur bemerkbar. Die Wiesen sind verdorrt, in den Parks sind die Wege staubig, die Gärten müssen bewässert werden, damit nicht alles abstirbt. Wer Glück hat, kann sich in einem eigenen Pool oder Planschbecken abkühlen. 

Der Trinkwasserverbrauch ist seit Beginn der Hitzewelle deutlich angestiegen. 330.000 Kubikmeter wurden nach Auskunft der Rheinenergie im Juni durchschnittlich täglich in Köln genutzt. Im Jahresmittel sind es 250.000 Kubikmeter. Der bisherige Rekord war im Jahr 2020: Hier waren es 341.000 Kubikmeter an einem Tag.

Die anhaltende Trockenheit wirft viele Fragen auf: Müssen sich Kölnerinnen und Kölner bald beim Wasserverbrauch einschränken, wie dies bereits in anderen Teilen Deutschlands der Fall ist? In München dürfen beispielsweise Pools nicht mehr befüllt und Gärten nur noch eingeschränkt bewässert werden, Trinkwasser muss gespart werden.

Rheinenergie: Köln hat ausreichend Trinkwasser

Der fehlende Niederschlag gefährdet die Versorgung mit Trinkwasser in keiner Weise, erklärt Rheinenergie-Sprecher Christoph Preuß. Es sei auch nicht mit Einschränkungen beim Gießen der Gärten oder dem Befüllen von Pools zu rechnen. Zur Gartenbewässerung sagt Preuß, dass ein Großteil dieses Wassers im Boden versickere und so ohnehin dem Kreislauf wieder zugeführt werde.

Verboten ist in Köln allerdings per Allgemeinverfügung schon seit einigen Wochen die Entnahme von Wasser aus Bächen im Stadtgebiet. Hiervon sind rund 800 Grundstücksbesitzer betroffen. Dies hat aber nichts mit dem Grundwasser zu tun, so die Rheinenergie.

Der Rhein führt wenig Wasser.

Der Rhein führt wenig Wasser.

Der Wasserversorger beruhigt: Seit 115 Jahren werden die Grundwasserstände in Köln gemessen, und noch nie sei die Situation problematisch gewesen. Grund ist die besondere Lage der Stadt in der Kölner Bucht mit dem Rhein als tiefstem Punkt. Der Fluss ist nicht nur für das Oberflächenwasser zuständig, sondern zieht auch das Grundwasser an. Selbst wenn es mehrere Jahre hintereinander nicht regnen sollte, wäre die Wasserversorgung nicht gefährdet. Der etwas 30 Meter dicke Grundwasserkörper ist seit mehr als 100 Jahren stabil.

Die Verbrauchsspitzen beim Trinkwasser konnten auch in Trockenperioden immer aufgefangen werden, so Preuß. Diese sind in der Regel am frühen Abend, wenn die Industrieproduktion voll läuft und gleichzeitig der Wasserverbrauch der Privathaushalte ansteigt.

Abends oder morgens gießen? Was Gartenbesitzer beachten sollten

Auch wenn in Köln kein Mangel an Trinkwasser abzusehen ist, so sollte man doch kein Wasser verschwenden. Ralf Urfey, Betriebsleiter der Alexianer Klostergärtnerei in Köln-Porz, gibt wichtige Tipps für Gartenbesitzerinnen und -besitzer in Köln. Generell gilt die bekannte Regel: „Nicht bei Sonne gießen“, so Urfey. Denn dann verdunsten große Teile des Wassers direkt. In großen Betrieben wie der Klostergärnerei lasse sich dies allerdings nur eingeschränkt umsetzen, hier müsse den ganzen Tag über bewässert werden.

Wenn gegossen wird, sollten Gartenbesitzer und -besitzerinnen dies am späten Abend oder am Morgen machen. Hier gibt es auch unter Fachleuten unterschiedliche Präferenzen. Urfey bevorzugt den Abend, selbst wenn die Temperaturen dann noch etwas höher liegen sollten. Denn über Nacht haben die Pflanzen Zeit, sich zu erholen und das Wasser gut aufzunehmen, ohne dem Hitzestress kurz darauf wieder ausgesetzt zu sein.

Soll man Rasenflächen bewässern?

Alexianer-Betriebsleiter Urfey rät derzeit davon ab, den Rasen zu sprengen. Stattdessen sollte man lieber Wasserschalen für Vögel und Insekten bereitstellen. „Selbst wenn Rasen total braun ist, kommt er wieder“, so der Gärtner. Wenn die Temperaturen wieder sinken und ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist, dauert es nur 10 bis 14 Tage, bis der Rasen wieder grün ist.

Die andauernde Trockenheit der letzten Wochen und die Hitze der letzten Tage zeigen sich in den Kölner Grünflächen. In Poll wird ein Fußballplatz gewässert.

Die andauernde Trockenheit der letzten Wochen und die Hitze der letzten Tage zeigen sich in den Kölner Grünflächen. In Poll wird ein Fußballplatz gewässert.

Generell bestehe Rasen immer aus unterschiedlichen Grassorten, je nach verwendeter Mischung. Diese reagierten unterschiedlich auf Hitze und Trockenheit, einige verbrennen schneller als andere. So kann es auch sein, dass die Grasfläche an einigen Stellen noch grüner ist als an anderen.

Tröpfchenbewässerung und angepasste Pflanzen sparen Wasser

Wer seine Pflanzen wirklich ressourcenschonend durch den Sommer bringen will, sollte über ein System mit Tröpfchenbewässerung nachdenken. Dabei werden Schläuche im Boden verlegt. Es gibt kaum Verdunstung, und unter der Erde bildet sich eine Feuchtigkeitsblase. Wer es genau wissen will, kann dabei seine Bodenfeuchte mit einem Tensiometer messen. Dieses System funktioniert allerdings nur im Altbestand von Pflanzen, wenn diese schon ein größeres Wurzelwerk haben.

Auch bei der Auswahl der Bepflanzung lohnt es sich, an künftig heißere und trockenere Sommer zu denken. Mediterrane Pflanzen wie Thymian, Rosmarin oder Lavendel brauchen wenig Wasser, Olivenbäume ebenso. Für Balkonkästen bieten sich dickfleischige Pflanzen wie Geranien, Eisbegonien oder Weihrauch an. Dies ist auch Urfeys Tipp für Grabbepflanzung, wenn man es nicht häufig auf den Friedhof zum Gießen schafft.

Gute Erfahrung hat man in der Klostergärtnerei der Alexianer auch mit einheimischen Wildstauden wie Gänseblümchen, Ferkelkraut, Schafgarbe oder Grasnelke gemacht. Anders als Zuchtpflanzen vertragen diese Trockenheit besser.