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Verkehr in KölnRekordtief bei den Messungen von Stickoxid

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Auspuff

Symbolbild

Köln – Es gibt sie, die positiven Aspekte der Corona-Krise – wenn sie auch gegenüber den negativen Folgen kaum Gewicht haben. Die Belastung durch Stickoxide ist in Köln deutlich gesunken. So liegt der aktuelle Messwert am neuralgischsten Verkehrspunkt Kölns, am Clevischen Ring, seit Tagen bei rund 20 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft. Das ist nur noch die Hälfe des durch die Europäische Union festgelegten Grenzwerts von 40 Mikrogramm und liegt damit lediglich noch bei einem Drittel des in Mülheim gemessenen Spitzenwertes von über 60 Mikrogramm.

Mag der Grund für die extreme Absenkung auch der Ausnahmezustand sein, in dem sich das öffentliche Leben wegen der Coronavirus-Pandemie befindet, und damit ein zeitlich begrenzter. Auswirkungen hat die Absenkung dennoch. Denn die Werte sind schon vor rund zwei Wochen gesunken und werden wohl noch bis mindestens nach Ostern auf dem niedrigen Stand bleiben. Maßgebend für die Grenzwerteinhaltung ist das Jahresmittel. Ein so niedriger Wert, wie er zurzeit durch des Landesamt für Umweltschutz an der Messstelle am Clevischen Ring gemessen und wohl noch über Wochen anhalten wird, dürfte den Schnitt klar senken.

Fahrverbote sind sicher vom Tisch

Dazu kommt, dass bereits im Vorfeld der Krise die Messkurve nach unten zeigte. Durch die Sanierung der Mülheimer Brücke hatte an der stark belasteten Mülheimer Verkehrsachse der Autoverkehr bereits deutlich abgenommen. Lkw mussten sich ganz andere Routen suchen. Beides zusammengenommen, kann das Verkehrsdezernat nun schon bereits zuversichtlich prognostizieren: „Die Einhaltung der Grenzwerte in 2020 kann erwartet werden“, so ein Stadtsprecher. Die „Belohnung“: Ein Dieselfahrverbot am Clevischen Ring scheint zumindest für dieses Jahr klar vom Tisch.

So, wie innerstädtisch der Verkehr durch das Erliegen des öffentlichen Lebens abgenommen hat, so sind die Verkehrsströme auch auf dem Kölner Autobahnring versiegt. Der ADAC Nordrhein hat ermittelt, dass der Verkehr auf den Autobahnen rund um die Domstadt nahezu um 70 Prozent abgenommen hat. „So einen dramatischen Einbruch des Pkw-Verkehrs gab es in der Geschichte des Landes höchstens während der Ölkrise Anfang der 70er Jahre“, sagt Roman Suthold, Verkehrsexperte des ADAC Nordrhein. „Kleinere Staus gibt es wenn überhaupt noch nur an den Baustellen.“