Staatsanwaltschaft überprüft TodeserklärungIst Ex-Tengelmann-Chef in den Alpen verschollen – oder doch nicht?

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Karl Erivan Haub

Kehrte von einem Skiausflug nicht mehr zurück: Karl-Erivan Haub

Der Milliardär Karl-Erivan Haub verschwand 2018 in den Schweizer Alpen und wurde 2021 offiziell für tot erklärt. Doch an seinem Ableben gibt es Zweifel. 

Mehr als drei Jahre nach seinem Verschwinden in den Schweizer Alpen war der ehemalige Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub 2021 offiziell für tot erklärt worden – jetzt gibt es Zweifel an diesem Beschluss.

Aktuell prüft die Staatsanwaltschaft Köln, ob sie beim Amtsgericht die Aufhebung der Todeserklärung beantragen wird, teilte Kölner Staatsanwältin Stefanie Beller mit. Dies könne laut Verschollenheitsgesetz geschehen, wenn „der Verschollene die Todeserklärung überlebt“ habe.

Neue Erkenntnisse im Fall Haub

Grund zu dieser Annahme seien Unterlagen, die eine Journalistin bei der Staatsanwaltschaft eingereicht habe. Zu Umfang und Inhalt der Dokumente äußert Beller sich derzeit nicht. Zuvor hatten Stern und RTL über neue Erkenntnisse im Fall Haub berichtet und erneut die Frage aufgeworfen, ob er noch lebe.

Die Autorin Liv von Boetticher gab an, ein im Jahr 2021 von einer Überwachungskamera aufgenommenes Foto gesehen zu haben, auf dem „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ Karl-Erivan Haub zu sehen sei – in Moskau. Die hoch angesehene Journalistin Boetticher recherchiert seit Jahren in dem Fall.

Vorgeschichte

Im April 2018 war der Milliardär allein zu einer Skitour in Zermatt aufgebrochen. Zurückgekehrt ist er nicht. Die Familie ging davon aus, dass der damals 58-Jährige am Klein Matterhorn tödlich verunglückte, und stellte einen Antrag auf Todeserklärung. Drei Jahre nach seinem Verschwinden galt der Beschluss als rechtskräftig.

Gegen die Entscheidung sei innerhalb der vom Verschollenengesetz vorgesehenen Pflicht keine Beschwerde eingelegt worden, teilte das Amtsgericht damals mit.

Zweifel am Tod

Immer wieder wurden seitdem in den Medien Zweifel am Tod des erfahrenen Skiläufers geäußert. Doch das Gericht hielt sie bisher für nicht belegbar.

Nach Haubs Verschwinden hat sein jüngerer Bruder Christian Haub die alleinige Geschäftsführung übernommen. Der Familienkonzern gehörte bislang zu jeweils einem Drittel Christian, Karl-Erivan und Georg Haub. Nach einem Familienstreit hatten sich Karl Erivans Erben bereit erklärt, ihre Anteile an Christian Haub zu verkaufen.

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