Weltmeister Pierre Littbarski lobt auch Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler für den Coup mit FC-Jungstar Said El Mala.
Kölns LegendePierre Littbarski: „Said hat sich die 10 auf dem Rücken verdient“

Legendäre Nummer 10 des 1. FC Köln: Pierre Littbarski (l., im Duell mit Gladbachs Hans-Georg Dreßen)
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Er ist einer der größten Spieler des 1. FC Köln mit der Rückennummer 10: Pierre Littbarski (66). Der Weltmeister spricht mit dieser Zeitung über den Verbleib von Said El Mala beim 1. FC Köln, die 10 auf dem Rücken und die Chancen des Offensivspielers in der Nationalmannschaft.
Herr Littbarski, hat es Sie überrascht, dass Said El Mala beim FC bleibt?
Pierre Littbarski: Ja, absolut. Obwohl Borussia Dortmund abgesagt hatte, kam danach doch noch einmal richtig Bewegung in die Sache. Ich hatte eigentlich gedacht, dass er vielleicht doch nach England geht. Umso erfreulicher ist es, dass er beim FC geblieben ist. Das ist ein ganz wichtiges Signal, ein Anschub für den Verein. Sein zweites Jahr in der Bundesliga wird nicht einfach. Aber man kann nicht nur mit Emotionen rechnen, sondern auch mit Zahlen: 13 Tore und fünf Vorlagen sind Fakten, die dem FC im Abstiegskampf absolut helfen.
Sie sprachen die Signalwirkung an. Was bedeutet sein Verbleib sportlich für den FC?
Auf alle Fälle schon einmal eine große für die neue Saison. Die Fans hatten ja zwischenzeitlich einen kleinen Durchhänger und gehofft, dass er bleibt. Das gibt allen noch einmal einen Schub. Auch für die Mitspieler ist das ein wichtiger Faktor. Ich habe selbst ein paar Prozent besser gespielt, wenn ich bessere Nebenleute hatte. Said kann die Jungs mitziehen, weil er ein ehrlicher Typ ist und sich nie hängen lässt.
El Mala übernimmt künftig die Rückennummer 10. Wie passend ist das aus Sicht des früheren Kölner Zehners?
Sehr passend. Bei mir steht natürlich die Leistung im Vordergrund, aber es gehören noch andere Dinge dazu. Das Gesamtpaket stimmt: Said ist ein ehrlicher Junge, fleißig und er liebt die Fans. Er hat das Herz am rechten Fleck. Das passt sehr gut zur Zehn. Er hat sich die 10 auf dem Rücken verdient.
Wird der neue Bundestrainer Jürgen Klopp künftig an ihm vorbeikommen, wenn es um die Nationalmannschaft geht? Viele waren ja schon von seiner WM-Nominierung ausgegangen.
Ich auch. Said muss allerdings seine Leistungen immer wieder bestätigen. Ich liebe Spieler, die über Jahre konstant Leistung bringen. Aber bei Said habe ich da keine Sorgen. Seine Anlagen sind enorm, und ich glaube, dass er auch für Jürgen Klopp ein ganz fester Faktor werden kann.
Was würde ein späterer Transfer in einer Größenordnung von 50 Millionen Euro plus X für den FC bedeuten?
Das wären für den Spieler und den Verein natürlich ganz neue Dimensionen. Damit muss man erst einmal zurechtkommen. Beim FC muss man zweigleisig fahren – das ist der Spagat, den Thomas Kessler bewältigen muss. Aber das ist eine positive Herausforderung, verglichen mit der Frage, wie man Schulden abbaut – so wie oft in der jüngeren Kölner Vergangenheit.
Darf Kessler sich den Verbleib El Malas an sein Revers heften?
Ja, Hut ab. In diesem Wirrwarr kann man schnell die Nerven verlieren und sagen: „Bei einem solchen Millionenangebot greifen wir zu.“ Er hat sehr clever und bereits erstaunlich erfahren reagiert – und damit im Sinne des Vereins gehandelt.

