Abo

Deutscher Musikautor*innenpreisSänger und Autor William Wahl ist nominiert

3 min
Der Musiker William Wahl.

Der Musiker William Wahl.

William Wahl räumt gerade einen Preis nach dem anderen ab – Als Musikautor für den Preis der GEMA nominiert

Sie sind für den Deutschen Musikautor*innenpreis der GEMA in der Kategorie Text, Chanson und Kabarett nominiert. Schaut man auf Ihre Biografie, scheint es da aber noch viel, viel mehr zu geben. Wie kommt es, dass Sie so breit aufgestellt sind?

Es freut mich, dass ich unter den Nominierten bin. Ich stehe schon seit sehr langer Zeit auf der Bühne, war als 16-Jähriger als Straßenmusiker unterwegs, habe dann die A-cappella-Gruppe basta mitbegründet, Songs geschrieben, als Sänger auf der Bühne gestanden und kam dann auch zum Klavierkabarett.

Sie haben die Musik für die Fernsehserie „Unsere wunderbaren Jahre“ geschrieben und auch mitgespielt. Wie haben Sie sich in die Zeit des Wirtschaftswunders reingefuchst? Haben Sie alte Schlager gehört, Werbeprospekte geblättert?

Bei mir läuft das eher untheoretisch. Ich habe mich nach meinem Sprachgefühl gerichtet und habe für die Produktion nach einem amüsanten Tonfall gesucht. Und mich zusätzlich intensiv in die Musik der Zeit eingehört.

Sie haben Kinderbücher der Reihe „Ella und Ben“ geschrieben, in welchem Geschwister auf musikalische Entdeckungstour von Abba bis zu den Rolling Stones oder Kraftwerk gehen. Was hat Sie inspiriert?

Kinder zu haben, eine eigene Beziehung zu Kindern zu haben, ist sehr schön. Es hat mir selbst unglaublich viel Spaß gemacht, mich erstens in den Stil zum Beispiel von AC/DC einzuarbeiten und es dann für Kinder erfahrbar zu machen. Das war durchaus anspruchsvoll, aber bei den Bands geht es ja nicht immer nur um Sex & Drugs.

„Von der Mosel bis zur Neiße. Liebe ist scheiße“, klingt erstmal furchtbar frustrierend. Hört man Sie dazu am Klavier, möchte man den Refrain sofort mitsingen. Wie kommen Sie auf solche Ideen?

Das ist ein kerniger Slogan, aber die eigentliche Arbeit besteht darin, aus einer interessanten Idee ein gutes Lied zu machen. Das ist dann häufig eine sehr schweißtreibende Arbeit. Davon merkt man gar nichts.

Bringen Sie Ihre Ideen immer gleich zu Papier, am Frühstückstisch oder in der Straßenbahn?

Nein, zu Hause geht das nicht. Ich muss immer in einem anderen Raum arbeiten.

Sie haben einmal den Begriff des „Kammerpop“ verwendet. Was meinten Sie denn genau damit?

Das war 2012 der Versuch, den musikalischen Stil meines ersten Soloalbums „Wie schön wir waren“ zu beschreiben. Es ist ein Pop-Album und somit weniger humoristisch als meine späteren Klavierkabarett-Platten. Für das Album hatte ich ein eher kleines Budget, daher ordnete ich es dem Genre „Kammerpop“ zu.

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite gerade an überhaupt gar nichts Neuem, sondern toure durch die Lande und genieße das sehr!

Seit Ende Ihrer Band vor vier Jahren gehen sie als Solokünstler auf Tour. Tritt basta überhaupt noch auf?

Der Abschied war schon lange vorbereitet. Wir haben immer noch ein Weihnachtskonzert in Köln gegeben. Wir werden das in diesem Jahr noch einmal machen, hören dann aber auf.

Sie räumen bei den Preisen gerade richtig ab. 2025 war es das Memmingen Maul, in diesem Jahr gibt es den Kleinkunstpreis und Sie sind für den Deutschen Musikautor*innenpreises nominiert. Wie geht es Ihnen in der Branche, da an der Kultur verstärkt gespart wird?

Bei allen Kürzungen arbeite ich einem Land, das Kulturförderung zum Glück immer noch ernst nimmt. Gerade in den heutigen Zeiten merkt man, wie wichtig solche Begegnungsorte für unser gesellschaftliches Miteinander sind. Ohne diese Förderung stünde ich nicht an dem Punkt, an dem ich jetzt bin.