HBO Max zeigt die viel diskutierte, weil sexgeladene Serie „Heated Rivalry“ über zwei Eishockeyspieler, die sich ineinander verlieben.
Verbotene Liebe auf dem Eis„Heated Rivalry“ zeigt tiefgehende Beziehungen und Tabubrüche im Eishockey

„Heated Rivalry“ mit Hudson Williams als Shane und Connor Storrie als Ilya.
Copyright: Sabrina Lantos/HBO Max
Seit „Heated Rivalry“ im November veröffentlicht wurde, hat die Serie über die Beziehung zweier Eishockeyspieler sich gleichermaßen zum Streaminghit und zum (Internet-)Phänomen entwickelt. Nun kann „hitzige oder auch erhitzte Rivalität“ auch in Deutschland, bei HBO Max, empfangen werden.
Basierend auf den Büchern der kanadischen Autorin Rachel Reid erzählt wird die Geschichte von Shane Hollander (Hudson Williams) und Ilya Rozanov (Connor Storrie) erzählt: Der kanadische Schwiegermutter-Schwarm und der russische Bad Boy spielen in rivalisierenden Teams der nordamerikanischen Liga und laufen sich über die Jahre immer wieder über den Weg. Aus Blicken werden Berührungen, aus vorsichtigen Annäherungen sehr schnell handfester Sex praktisch jedes Mal, wenn sie sich treffen. Nur ist das nicht sehr häufig: Immer wieder liegen Monate, manchmal sogar ein Jahr zwischen den Gelegenheiten.

Es gibt reichlich nackte Haut zu sehen.
Copyright: Sabrina Lantos/HBO Max/dpa
Doch das Verlangen nacheinander hält nicht nur über diesen langen Zeitraum, langsam wächst auch das Vertrauen ineinander und die Beziehung wandelt sich fast unmerklich von Sex zu Liebe, erkennbar an Kleinigkeiten: Das erste Mal, als sie sich nicht mehr nur kumpelhaft beim Nach-, sondern beim Vornamen nennen. Die vorsichtige Öffnung, bei der auch Gefühle thematisiert werden. In anderen Worten: der umgekehrte Weg, als der, den man von anderen queeren Hits wie „Young Royals“ oder „Heartstopper“ kennt und wo man erstaunt ist, was für eine geringe Rolle die Hormone der jungen Menschen spielen.
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Die ungewöhnlich vielen expliziten Szenen haben ohne Frage zum Erfolg beigetragen, dem Vernehmen nach gibt es auch sehr viele weibliche Zuschauerinnen, analog zur Fanstruktur schwuler japanischer Mangas. Man muss aber auch sagen: Mehr als nackte Hintern bekommt man nicht zu sehen, die Vorderseiten werden durch geschickte Choreographien, etwa mit Oberschenkeln oder Decken, sittsam verdeckt. Auch werden die Sexszenen durch Blackouts und wechselnde Kameraeinstellungen recht geschmackvoll dargestellt.

Hudson Williams (l.) und Connor Storrie machen auch wie hier bei den Golden Globes auf dem Roten Teppich eine gute Figur.
Copyright: Sthanlee Mirador/Corine Solberg/Press Association/dpa
Das Team um den Serienentwickler Jacob Tierney ist mit der Besetzung der beiden bis dato unbekannten Schauspielern Hudson Williams und Connor Storrie ein Risiko eingegangen. Doch die beiden tragen die Geschichte über sechs Folgen lang mit einer überraschenden Leichtigkeit und wirken auch in den intimen Sequenzen völlig natürlich (sieht man mal von der einen oder anderen seltsamen Körperhaltung ab).
Und bevor man dem des Dauerbeschusses durch dieses athletische Bettgeflüster überdrüssig wird, dreht sich der Serien-Wind und die Homophobie im Leistungssport wird zu einem wichtigen Thema. Es geht um Medienauftritte mit angeblichen Freundinnen, um das Fortführen von Partnerschaften mit Sponsoren und Werbeverträge und letztlich die alles entscheidende Frage: Oute ich mich oder will ich mich weiterhin dem fortwährenden Stress aussetzen, mein Privatleben und damit auch den Menschen, den ich liebe, vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.
Eine Frage, die sich nicht nur Shane und Ilya stellen müssen, sondern auch viele weitere queere Sportlerinnen und Sportler in aller Welt statt in Eishockey-Arenen könnte sich die Serie auch in Fußball-Stadien spielen.
Sechs Folgen bei HBO Max, jeweils ca. 50 Minuten lang, pro Woche wird derzeit je eine Folge veröffentlicht.
