Drohung wahr gemachtMarisol Corboud zieht 19 Bilder aus Kölner Wallraf-Museum ab

Blick in die Schau, rechts Jacob van Loos Porträt von Magdalena Stockmans aus dem Jahr 1660.
Copyright: Thomas Brill
Köln – Sie hatte es zum ersten Mal im November 2017 angekündigt – und in der Folge so häufig, dass man es fast für einen Bluff hielt. Doch nun hat Marisol Corboud Fakten geschaffen: Am Donnerstag zog die Witwe von Gérard Corboud (1925 – 2017) die 19 Bilder der Fondation Surpierre aus dem Wallraf-Richartz-Museum ab, wie Peter Jungen, der Vorsitzende des Stifterrats mitteilte.

Marisol Corboud
Copyright: Corboud
„Das ist nicht erfreulich, aber irgendwie auch nachvollziehbar. Das hat die Stadt Köln selbst vermasselt“, so Jungens Kommentar.
Erweiterung verzögert sich seit 18 Jahren
Anders als die Werke der Fondation Corboud waren die Gemälde der Fondation Surpierre keine vertraglich festgelegt „ewige Leihgabe“ an die Stadt, sondern blieben in Privatbesitz. In der Vergangenheit waren schon Bilder abgezogen worden, so etwa noch zu Gérard Corbouds Lebzeiten van Goghs „Pont de Clichy“, das 2013 in Zürich für 5,7 Millionen Franken versteigert wurde. Das sei damals schon eine verärgerte Reaktion ihres Mannes gewesen, erklärte Frau Corboud vor zwei Jahren unserer Zeitung.
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Hintergrund ist die mittlerweile lange 18 Jahre dauernde Verzögerung beim Erweiterungsbau des WRM. Auch die Ankündigung der Stadt Anfang der Woche, das Schweizer Architekturbüro Christ & Gantenbein als Generalplaner zu installieren, damit das Gebäude 2023 fertiggestellt sei, konnte Frau Corboud letztlich wohl nicht umstimmen. Nach dem Tod ihres Mannes sei es „nicht mehr ganz allein meine Entscheidung“, sagte sie seinerzeit in Hinblick auf die Tatsache, dass auch die Töchter Corbouds aus erster Ehe zu den Erben gehören. (EB)



