Die Galerie Floss & Schultz zeigt Werke der niederländischen Bildhauerin Riki Mijling. Sie arbeitet mit Feuer und Stahl. Dabei entstehen filigrane Strukturen .
Niederländische Bildhauerin in KölnGalerie Floss & Schultz zeigt Werke von Riki Mijling

Riki Mijling in der Galerie Floss & Schultz.
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Mit „Void“ betitelt die niederländische Bildhauerin Riki Mijling einige ihrer Arbeiten. Doch bis zur „Leere“ ist es ein langer Weg. In Miniaturform setzt sie unterschiedliche Kuben aneinander. Mal sind sie verschachtelt, mal überlappen sie sich oder stehen als Solitär – so als sei es ein Modell für ein modernistisches Haus im Stil Mies van der Rohes oder Frank Lloyd Wrights.
Es ist bei Mijling niemals ein Akt der Willkür, wenn sie Proportionen und Bezüge der Flächen zueinander ins Verhältnis setzt. Alles ist fein austariert, je nach Ausstellungsraum sind die Elemente auch variabel, können neu arrangiert werden.
Elementargewalt
Vom kleinen Maßstab dann geht es an die Umsetzung ins Großformat aus gebranntem Stahl. Dabei legt sie selbst Hand an. Hemdsärmelig wirken die Bilder vom Schaffensprozess mit der Flex und der Elementargewalt des Feuers. Für Galeristin Kirsten Floss, die mit der Künstlerin seit 2014 zusammenarbeitet, ist es „eine Malerei mit dem Brenner, bei dem die Künstlerin äußerst behutsam vorgeht.“ Filigrane, auch zufällige Strukturen zeichnen die Flammen – ein Feuertanz, der in seiner virtuosen Beiläufigkeit mal an japanische Tuschezeichen erinnert, dann wieder an einen schimmernden Ölfilm auf regennassem Asphalt.
Aktive Suche
„In Search of the Essential“ heißt die Ausstellung in der Galerie „Floss & Schultz“ in einem Hinterhof im Pantaleonsviertel. In die Suche ist der Besucher aktiv einbezogen. Scherenschnittartig wirken die Arbeiten aus der Serie „Image“. Die auf Papier mit Ölstick fein aufgetragenen Dunkelflächen werfen aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche Bilder aufs Auge. So kann die helle Fläche auch als Gebäude aufgefasst werden. Die Klarheit in der Linienführung erinnert an Mijlings Landsleute Piet Mondrian (1872 bis 1944) oder Theo van Doesburg (1883 bis 1931) – Pioniere des Abstrakten.
Als Kirsten Floss jüngst Besuch von einer Goldschmiedin bekam, brachte diese es auf den Punkt: Mijling schaffe Feinheit im großen Format . Ihre Arbeiten dem Minimalismus zuzuordnen, trifft es nur zum Teil. Auch wenn sie ihre Entwürfe so klar definiert, dass sie industriell gefertigt in Serie gehen könnten, lässt sie sich die individuelle Ausführung nicht nehmen. Energiegeladen sind die Stücke, werfen Schatten und entwickeln eine eigene Choreografie des Lichts. „Für Riki Mijling spielt das Wetter eine Rolle“, sagt Floss. Sei es zu windig, könne sie mit dem Brenner nicht arbeiten. Doch stehe die Stahlskulptur erst in der Landschaft, ist es wiederum an der Witterung, Spuren zu hinterlassen.
Bis 3. März, geöffnet Di bis Fr 10 – 14 Uhr, Steinstraße 37. Preise von 1200 bis 16 000 Euro.