Nach 30 Jahren und 100 Folgen soll im Herbst 2027 Schluss sein. Dann ist der Schauspieler zum letzten Mal als Max Ballauf zu sehen.
Schluss im Herbst 2027Klaus J. Behrendt steigt beim Kölner „Tatort“ aus

1997 präsentiert der WDR Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär als neue Tatort-Kommissare
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Man hört das in Köln ja nicht so gerne, aber einer der beliebtesten Botschafter der Stadt kam vor vielen Jahren ausgerechnet aus Düsseldorf. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt), „Tatort“-Ermittler in Köln, wurde damals aus der NRW-Landeshauptstadt, in der er als Mitarbeiter von Hauptkommissar Flemming (Martin Lüttge) gearbeitet hatte, nach Köln versetzt.
Mit seinem neuen Kollegen Freddy Schenk (Dietmar Bär) lief es im ersten gemeinsamen Fall „Willkommen in Köln“, der am 5. Oktober 1997 erstmals ausgestrahlt wurde, dann auch eher suboptimal. Der begrüßte den neuen Chef alles andere als begeistert, hatte er sich doch selbst Hoffnungen auf dessen Posten als Leiter der Mordkommission gemacht.
Auch sonst hatten die beiden Ermittler wenig gemeinsam. Schenk war der Familienmensch, dessen Ehefrau die Zuschauer allerdings bis zum heutigen Tag nicht zu Gesicht bekommen haben. Er liebte Cowboy-Stiefel und Oldtimer. Ballauf hingegen war der weltgewandte, aber gebrochene Drogenfahnder, der es nie lange in einer Beziehung aushielt.
Trotz dieses holprigen Starts haben die beiden Ermittler dann aber doch ganz schön lange miteinander gearbeitet, was zum einen daran liegt, dass ihre Darsteller privat befreundet sind, und weil das Duo zum anderen zu den beliebtesten im „Tatort“-Kosmos gehört. Und auch ihre Kommissare wurden über die Jahre zu einem eingespielten Team.

Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) im Präsidium in der jüngsten „Tatort“-Folge.
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Doch nun hat die Zusammenarbeit ein Ablaufdatum, wie der WDR am Dienstag bekannt gab. 2027 sind Ballauf und Schenk seit 30 Jahren im Einsatz, im Herbst wird zudem ihre 100. Folge zu sehen sein. Für Klaus J. Behrendt wird es der letzte Einsatz als Max Ballauf sein. Aus „persönlichen Gründen“ verabschiede sich der Schauspieler, so der Kölner Sender.
Die Rolle habe ihn fast die Hälfte seines Lebens begleitet, so Behrendt: „Mein Entschluss, dieser Rolle pünktlich zum 30-jährigen Dienstjubiläum Lebewohl zu sagen, ist mir nicht leichtgefallen, reift aber schon länger in mir. Mein Ziel waren immer 100 Folgen.“ Er freue sich darauf, mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben.
Klaus J. Behrendt wurde 1960 in Hamm geboren, wuchs in Ibbenbüren auf und kam über den Umweg einer Ausbildung zum Bergmechaniker zur Schauspielerei. Er spielte Theater und war in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen, die Rolle des Max Ballauf sollte dann aber zu der prägendsten seines Lebens werden.
In Köln lebte er nie, aber die Stadt ist ihm ans Herz gewachsen, wie er dieser Zeitung vor einigen Jahren sagte: „Ich lebe ja in Berlin, das ist mein Zuhause. Aber ich mag Köln sehr gerne. Ich mag die Stadt, ich mag die Leute. Aber für mich ist das auch ganz klar die Arbeit. Ich habe einen gesunden Blick auf diese Stadt.“
Eines der beliebtesten Duos
Warum sie beim Publikum so beliebt sind, können sich Bär und Behrendt auch nicht so recht erklären. „Was sind wir? Geschichtenerzähler. Die Leute sehen diese Geschichten eben sehr gerne. Anders ist es nicht zu erklären“, so Behrendt. Sicher hat es auch damit zu tun, dass der Kölner „Tatort“ immer dafür stand, solide Krimis ohne große Experimente abzuliefern. Eine Verlässlichkeit, die das Publikum schätzt.
Eine weitere Konstante ist das stetige Streben der Verantwortlichen, Themen aufzugreifen, die eine gesellschaftspolitische Relevanz haben. Der dritte Fall „Manila“, für den auf den Philippinen gedreht wurde, drehte sich um Kinderhandel und Sextourismus. Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär und einige Mitstreiter gründeten anschließend den Verein „Tatort – Straßen der Welt e.V.“, der sich bis heute unter anderem für Straßenkinder einsetzt.
Aber auch Themen wie Rechtsextremismus („Odins Rache“), den vergessenen Krieg im Kongo („Narben“) und Bürgerwehren („Wacht am Rhein“) widmete die Reihe Folgen. Von einer Konstante mussten die Fans allerdings schon vor ein paar Jahren Abschied nehmen. Die legendäre „Wurstbraterei“, die erstmals im 16. Fall „Mördergrube“ im Jahr 2001 zu sehen war, ist mittlerweile ausgemustert. Seit 2020 kann man sie im LVR-Freilichtmuseum Kommern besichtigen.
Ganz müssen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer aber nicht von ihrem Kölner „Tatort“ verabschieden. Dietmar Bär, der mittlerweile auch selbst in Köln lebt, hat angekündigt, als Freddy Schenk weiter zu ermitteln. Behrendts Entscheidung, nach Folge 100 auszusteigen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, habe er natürlich schweren Herzens akzeptiert: „Ich und unser Kölner Team haben noch Lust, weiterzumachen. Also: Let’s go!“
