Abo

Letzte SendungWDR-Moderatorin Martina Eßer verabschiedet sich von Zuschauern

2 min
"WDR aktuell" - Moderatorin Martina Eßer

WDR-Moderatorin Martina Eßer verabschiedet sich vom Bildschirm.

Martina Eßer ist eines der Gesichter von „WDR aktuell“. Nun hört die 66-Jährige auf.

Die Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer im Westen müssen Abschied von einem beliebten Gesicht nehmen: Martina Eßer hört bei „WDR aktuell“ auf, schon am Mittwoch (30. September) wird ihre letzte Sendung sein. Nach über 40 Jahren ist für die 66-Jährige Schluss mit TV. Seit 2008 gehört sie zum Moderatorenteam von „WDR aktuell“, der  Nachrichtensendung für ganz NRW.

WDR-Chefredakteur Stefan Brandenburg bedankt sich bei der Kölnerin: „Martina Eßer hat über viele Jahrzehnte hinweg mit Verständlichkeit, Präzision und Humor vor der Kamera gestanden und unsere Sendungen geprägt“, so Brandenburg. Für ihre Moderation wurde Eßer sogar ausgezeichnet: 2016 erhielt sie den Bremer Fernsehpreis für ihre souveräne, klare und gleichzeitig empathische Art der Moderation.

Eßer studierte an der Deutschen Sporthochschule (Spoho) in Köln und startete ihre Laufbahn beim WDR schon damals. Als diplomierte Sportlehrerin arbeitete sie als Filmemacherin und Reporterin und moderierte zunächst Sportsendungen, darunter „Querpass“, die „Sportschau“ und den Sport in der „Aktuellen Stunde“. Darüber hinaus moderierte sie das Wissenschaftsmagazin „Kopfball“, das „ARD-Morgenmagazin“ und die „Aktuelle Stunde“.

Martina Eßer arbeitet als Traurednerin

Die gebürtige Kölnerin ist Mutter zweier erwachsener Söhne, zog zwischenzeitlich nach Essen und lebt seit rund zehn Jahren wieder in Köln. Dass sich Eßer zur Ruhe setzt, ist aber unwahrscheinlich: Die Moderatorin ist seit vielen Jahren als freie Rednerin bei Trauungen im Einsatz. Sie sieht diese Arbeit als Ausgleich für die ständig schlechten Nachrichten, die sie bei „WDR aktuell“ den Zuschauerinnen und Zuschauern überbringen muss, wie sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vor einigen Jahren erzählte. „Die Arbeit macht mich total glücklich“, so Eßer 2022. Sie lerne so auch viele interessante Menschen kennen.

Seit 2019 darf sie sich ausgebildete „Hochzeitsrednerin“ nennen. Auf die Termine bereitet sich Eßer sorgfältig vor. Vor dem Schreiben der Rede stehen Kennenlernen des Paares, Traugespräch und intensive Kontaktpflege. Das kann mehrere Monate dauern. Sie könne „große Gefühle und feine Zwischentöne sehr gut in passende Worte kleiden“, wie Eßer von sich selbst als Traurednerin sagt. Aus ihren Wurzeln macht sie hier keinen Hehl: Sie spreche Deutsch, Kölsch und Englisch, heißt es auf der Website. Auch ihre Söhne habe sie versucht, zweisprachig mit Deutsch und Kölsch aufzuziehen. (cme)