Die „Bühnen Köln Sanierung“ hat einen Wettbewerb zur Gestaltung der beiden Patios des Opernhauses ausgeschrieben und die Wettbewerbsbeiträge nun in einer Broschüre dokumentiert. Eine Gewinnerin steht nun fest.
Wettbewerb in KölnNeues Kunstwerk für das Opernhaus gesucht – das ist der Sieger

Die kanadische Künstlerin Shannon Bool wird die Patios im 2. Obergeschoss des Opernhauses gestalten.
Copyright: Bühnen Köln
Shannon Bool bereitet die Bühne in unzähligen Pixelpunkten. Mit ihrem Entwurf „Glass Curtain“ hat die kanadische Künstlerin den Wettbewerb zur Gestaltung der Patios der Kölner Oper gewonnen. Diese je 40 Quadratmeter großen Balkone im zweiten Obergeschoss schließen sich an die Pausenräume für das Publikum an .
Historischen Wert nicht verkannt
Mosaiken aus glasierten Keramikfliesen sollen die Stirnwände pünktlich zum Abschluss der Sanierung im kommenden Jahr zieren. „Das Gesamtbild beginnt und endet in der Mitte des Farbspektrums. Für die zwei Balkone wird es mittig halbiert, sodass auf dem einen Balkon eher das rote und auf dem anderen eher das blaue Farbspektrum vertreten sind“, erklären die Bühnen Köln.
Die Jury betonte im Sommer, dass die von der Künstlerin gestalteten Vorhänge in mehrfacher Hinsicht die Erwartungen erfüllen. Sie würden die Patios „ohne Verkennung ihres historischen Wertes“ bereichern und weiterentwickeln. Bool konnte sich gegen 35 weitere Teilnehmer durchsetzen.
Die Bühnen Köln Sanierung hat nun eine Broschüre in der Auflage von 300 Exemplaren herausgegeben. Darin dokumentiert sie eine Auswahl der Entwurfsvorschläge. So hat Minerva Cueavs, deren großformatiges Relief „The Enterprise“ im Treppenhaus des Museum Ludwig zu sehen ist, eine dramatische Szene aus Vivaldis Oper „Motezuma“ entworfen.
Motiv einer Raubkatze
Die Geschichte des Librettos von Alvise Giusti basiert auf dem Leben des Aztekenherrschers, der 1520 starb, als das Aztekenreich unter Kommando der spanischen Kolonisatoren lag. Auch der Entwurf der mexikanischen Künstlerin ist als pixeliges Großformat angelegt. Carsten Gliese wiederum erweist dem Architekten Wilhelm Riphahn seine Reverenz, indem er auf die Stirnwände Modelle des Opernhauses projiziert.
Allerdings sind diese geprägt von der Sanierungsphase, in der das Gebäude wieder einem Rohbau gleich ist. Jutta Koethers Entwurf sah Reliefs aus Edelstahl vor. Ihre Motive sind eine Raubkatze und eine tanzende Figur. Sie sollen sich über die Grenzen der realen Architektur hinweg die Bälle zuspielen. Provokant ist der „poetische Widerhaken“, den Arne Schmitt vorschlug.
Mithilfe von zwei historischen Fotografien blickt er auf das alte Opernhaus am Habsburgerring, das nicht mehr existiert. Auf dem nördlichen Patio sollte eine atmosphärische Aufnahme des Fotografen August Kreyenkamp aus dem Jahr 1910 gezeigt werden. Darin erscheint Köln fast wie das großbürgerliche Wien.
Auf dem südlichen Patio sollte die alte Pracht als Ruine in einer Aufnahme von Walter Dicks aus dem Jahr 1949 gezeigt werden. Riphahns Opernbau, so Schmitt, habe den Versuch eines ästhetischen wie geschichtlichen Neubeginns der Oper und damit der Stadt markiert. Bühnen Köln Sanierung: Kunstwettbewerb 2022 zur Erlangung künstlerischer Entwürfe für die Gestaltung der Wände des Patios des Opernhauses Köln. 45 S.
Die Bühnen Sanierung hat die Broschüre auf ihrer Website veröffentlicht.