Der Iran meldet Todesopfer nach Luftangriffen. Saudi-Arabien wehrt derweil iranische Angriffe ab. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostTrump warnt vor Tod „einer gesamten Zivilisation“ im Iran
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
7. April
Iraner versammeln sich als Schutzschilde vor Kraftwerken
20.57 Uhr: Im Iran sind offenbar viele Bürger Aufrufen der Regierung gefolgt und haben sich vor Kraftwerken versammelt, um sie vor Angriffen der USA und Israels zu schützen. Staatliche Medien zeigten am Dienstag Bilder von Dutzenden Menschen, die vor Energieeinrichtungen Fahnen schwenkten und „Tod den USA“ skandierten. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran mit Angriffen auf die Energie-Infrastruktur gedroht.
Behördenvertretern zufolge meldeten sich bei einer entsprechenden Kampagne im Internet und per SMS mehr als 14 Millionen Bürger. Staatliche Medien zeigten Dutzende Menschen vor dem Atomkraftwerk Buschehr, vor einem Kraftwerk in der Stadt Täbris und auf einer Brücke in Ahwas. Die israelische Armee hatte zuletzt verstärkt Brücken attackiert.
Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Staatspräsident Massud Peseschkian erklärten im Internet, sie seien bereit, ihr „Leben zu opfern“.
Iran droht mit Angriff auf israelische Gasfelder
19.45 Uhr: Der Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden droht mit Angriffen auf die beiden israelischen Erdgasfelder Karisch und Tanin. Auf einer veröffentlichten Aufnahme sind drei weitere Angriffsziele verpixelt. Zu dem Foto schreibt der Geheimdienst auf X: „3.30 Uhr Teheraner Zeit (2.00 MEZ) werden die Staats- und Regierungschefs der Region ihm (US-Präsident Donald Trump) sagen: Du verdammter Bastard, beende diesen verfluchten Krieg!“
Trump droht dem Iran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken und einer „Auslöschung“, sollte bis 2.00 Uhr MESZ die Blockade der Straße von Hormus nicht aufgehoben sein.
Serie von Angriffen auf Ölinsel und Verkehrswege im Iran
16.57 Uhr: Schon kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran sind im Iran zahlreiche Verkehrswege und die Ölindustrie bombardiert worden. Der Iran meldete landesweite Angriffe auf seine Verkehrsinfrastruktur. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke waren auch mehrere Autobahnen Ziel von Luftangriffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Zwei im Iran inhaftierte Franzosen sind frei und unterwegs nach Paris
15.35 Uhr: Zwei lange im Iran inhaftierte Franzosen sind frei und haben das Land verlassen. „Cécile Kohler und Jacques Paris sind nach dreieinhalb Jahren Haft im Iran auf dem Weg nach Frankreich“, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag im Onlinedienst X. Er dankte dem Oman für seine Vermittlung.
Trump warnt: „Ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen“
14.59 Uhr: Stunden vor Ende seines Ultimatums richtet US-Präsident Donald Trump noch einmal eine harsche Drohung an den Iran. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er wolle nicht, dass das passiere, aber es werde wahrscheinlich dazu kommen.
Trump bekräftigte in seinem Post allerdings auch seine bekannte Darstellung, dass im Iran bereits „Regime Change“ stattgefunden habe – und man es nun mit anderen, „klügeren und weniger radikalisierten“ Personen zu tun habe. Vielleicht könne „etwas revolutionär Wunderbares geschehen“, schrieb er – und schob hinterher: „WER WEIß DAS SCHON?“ Man werde es heute Nacht erfahren.
IEA-Chef warnt vor „schwarzem April“ bei Ölversorgung
12.11 Uhr: Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat angesichts des Iran-Kriegs und der weitgehend blockierten Straße von Hormus vor einer Zuspitzung der Probleme bei der Ölversorgung gewarnt. „Man muss sich bewusst sein, dass der März zwar sehr schwierig war, der April aber noch viel schlimmer werden wird“, sagte Birol in Paris der Zeitung „Le Figaro“. Denn die Golfstaaten förderten nur noch etwas mehr als die Hälfte der vor dem Krieg geförderten Ölmenge, und Erdgas werde gar nicht mehr exportiert.
„Sollte die Meerenge tatsächlich den ganzen April über gesperrt bleiben, werden wir doppelt so viel Rohöl und Raffinerieprodukte verlieren wie im März. Wir stehen vor einem ‚schwarzen April‘“, sagte Birol. „Ich bin heute sehr pessimistisch, weil dieser Krieg eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahmlegt. Nicht nur Öl und Gas, sondern auch Düngemittel, Petrochemikalien, Helium und vieles mehr.“ Die Welt habe noch nie eine Störung der Energieversorgung in einem solchen Ausmaß erlebt.
Mindestens 18 Tote bei Luftangriffen in iranischer Provinz
11.12 Uhr: Nahe der iranischen Hauptstadt Teheran sind in einer angrenzenden Provinz mindestens 18 Menschen bei Luftangriffen getötet worden. Weitere 24 Bewohner der Provinz Albors seien bei den israelisch-amerikanischen Attacken verletzt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die Bombardierungen trafen Wohngebiete, wie der Vizegouverneur in Albors erklärte. Rettungskräfte seien rund um die Uhr im Einsatz.

Ein zerstörtes Gebäude ist nach Luftangriffen in Teheran zu sehen. (Archivbild)
Copyright: AFP
Bericht: Mehrere Explosionen in Teheran zu hören
10.51 Uhr: In Teheran ist es am Dienstag zu mehreren Explosionen gekommen. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren aus dem Norden der Hauptstadt mehrere Explosionen zu hören. Zuvor hatten die staatliche Nachrichtenagentur Mehr sowie die Tageszeitungen „Schargh“ und „Ham Mihan“ von Explosionen geschrieben.
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Bei den Angriffen wurde unter anderem der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

Ein israelischer Kampfjet im Einsatz im Iran-Krieg. (Archivbild)
Copyright: AFP
Saudi-Arabien wehrt erneut Angriffe ab
10.10 Uhr: Saudi-Arabien hat erneut Angriffe aus dem Iran abgewehrt. In den letzten Stunden seien 18 Drohnen abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium am Morgen (Ortszeit) mit. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.
Die King Fahd Brücke, eine wichtige Verbindung zwischen Saudi-Arabien und Bahrain, war offiziellen Angaben zufolge wegen Angriffsdrohungen stundenlang geschlossen, wurde am Morgen aber wieder geöffnet.
Erdölindustrie-Komplex in Saudi-Arabien offenbar beschädigt
9.24 Uhr: In Saudi-Arabien ist laut einem Augenzeugenbericht in der Nacht zum Dienstag ein bedeutendes Erdöl-Industriegebiet angegriffen und beschädigt worden. In den Industrieanlagen des Konzerns Saudi Basic Industries Corporation (Sabic) im ostsaudiarabischen Dschubail sei nach einem Angriff ein Brand ausgebrochen, es hätten sich „sehr starke Detonationen“ ereignet, hieß es von einem Menschen vor Ort gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Das Industriegebiet von Dschubail ist eines der größten der Welt. Dort befinden sich Stahlwerke, Erdölraffinerien und Fabriken für weitere Erdölprodukte, Schmieröl und Kunstdünger. Am Montag hatte die israelische Luftwaffe nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz einen „heftigen Angriff“ auf das iranische Erdölindustriegebiet Asalujeh am Persischen Golf geflogen.
Angriffe auf Schienennetz? Israel warnt Iraner
8.28 Uhr: Das israelische Militär hat die Bevölkerung im Iran davor gewarnt, mit dem Zug zu reisen oder sich in der Nähe von Bahnstrecken aufzuhalten. Wer sich dort aufhalte, gefährde sein Leben, hieß es in einem auf Farsi formulierten Post auf der Plattform X. Die Warnung gelte ab sofort bis 21.00 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MESZ).
Die iranische Bevölkerung hat seit dem 28. Februar nur Zugang zu einem eingeschränkten internen Intranet, in dem es nur staatlich genehmigte Inhalte gibt. Die Iraner nutzen aber iranische Plattformen, die Telegram ähneln. Auf einer dieser Plattformen wurde die Warnung der Israelis sechs Minuten nach der Veröffentlichung auf X geteilt.
Irans Armee weist Trumps „arrogante Rhetorik“ zurück
7.10 Uhr: Irans Militärführung hat die Warnungen von US-Präsident Donald Trump vor einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke des Landes als „arrogante Rhetorik und haltlose Drohungen“ abgetan. Trump sei „wahnhaft“, sagte der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, laut Staatsmedien. Die „rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten“ würden die Angriffe gegen die „amerikanischen und zionistischen Feinde“ nicht stoppen, wurde der Militärsprecher zitiert.
Trump hatte dem Iran kurz zuvor mit einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seines jüngsten Ultimatums gedroht. Die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine „völlige Zerstörung“ herbeiführen, sagte der Präsident im Weißen Haus. Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Straße von Hormus gesetzt hat, läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab.
UN-Sicherheitsrat soll über Einsatz von Gewalt abstimmen
6.09 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat stimmt Diplomatenkreisen zufolge am Dienstag über eine vom Golfkooperationsrat geforderte Freigabe eines Einsatzes von Waffengewalt zum Schutz der Straße von Hormus ab. Die Abstimmung ist für 11.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) angesetzt, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Diplomatenkreisen erfuhr. Vergangene Woche war eine Abstimmung über den von Bahrain eingebrachten Resolutionsentwurf aufgrund drohender Vetos mehrmals verschoben worden.
Der jüngste Resolutionsentwurf, der AFP vorlag, autorisiert Gewalt in der Meerenge nicht mehr ausdrücklich. Stattdessen ruft er Staaten auf, „ihre Bemühungen, die defensiver Natur und den Umständen angemessen sind, zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, einschließlich durch die Begleitung von Handelsschiffen“. Zugleich verlangt der Resolutionsentwurf weiterhin, dass der Iran seine Angriffe auf Handelsschiffe beendet und „jeden Versuch, den Transitverkehr oder die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu behindern“, einstellt.
Israelische Armee gibt neue Angriffswelle gegen den Iran bekannt
4.21 Uhr: Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen den Iran bekanntgegeben. Dabei sei „Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes in Teheran und in zusätzlichen Gebieten im Iran“ anvisiert worden, teilte die Armee am Dienstag im Onlinedienst X mit. Zugleich erklärte sie, die israelische Luftabwehr reagiere derzeit auf Raketenangriffe aus dem Iran.
Iranische Staatsmedien meldeten derweil Explosionen in Teheran und der nahegelegenen Stadt Karadsch. Die iranischen staatlichen Nachrichtenagenturen Fars und Mehr gaben keine weiteren Details bekannt.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres. (Archivbild)
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UN-Chef warnt vor Angriffen auf Irans zivile Infrastruktur
3.11 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und Israel aufgefordert, Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur nicht anzugreifen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoßen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York. „Selbst, wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könnte, würde das humanitäre Völkerrecht Angriffe darauf dennoch verbieten“, wenn „übermäßige“ Schäden für Zivilisten zu erwarten seien. Es sei „höchste Zeit, dass die Parteien diesen Konflikt beenden“, sagte Guterres laut dem Sprecher.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seines jüngsten Ultimatums gedroht. Die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine „völlige Zerstörung“ herbeiführen, sagte der Präsident im Weißen Haus. Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Straße von Hormus gesetzt hat, läuft um 2.00 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Mittwoch ab.
Mehr als 150 Flugzeuge an Kampfjet-Rettungsmission beteiligt
1.24 Uhr: An der Rettung des Waffenoffiziers eines abgeschossenen US-Kampfjets im Iran waren nach Angaben von Präsident Donald Trump mehr als 150 Flugzeuge beteiligt. Ein großer Teil davon sei für ein Täuschungsmanöver an verschiedenen Orten im Einsatz gewesen, sagte der Republikaner im Weißen Haus. Der verletzte Offizier selbst sei unterdessen stark blutend steile Felswände hinaufgeklettert. Während er seine Wunden versorgt habe, habe er Kontakt zu den US-Streitkräften aufgenommen.
(red/afp/dpa)

