Viele Frachtschiffe können zurzeit nur mit weniger Ladung fahren als üblich. Um Unternehmen zu entlasten, gibt es nun zusätzliche Transportmöglichkeiten auf der Straße.
Niedrigwasser im RheinNRW hebt Lkw-Sonntagsfahrverbot auf – Kritik vom BUND

Ein Frachtschiff fährt bei Niedrigwasser auf dem Rhein an dem Wrack eines Bootes vorbei, das normalerweise unter Wasser liegt.
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Nordrhein-Westfalen hebt das Fahrverbot für bestimmte Lkw an Sonn- und Feiertagen vorübergehend auf. Die Ausnahmegenehmigung gelte ab sofort „für Beförderungen sowie Leerfahrten, die unmittelbar oder mittelbar im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen des Niedrigwassers am Rhein stehen“, teilte das Verkehrsministerium in Düsseldorf mit.
„Die Einschränkungen stellen viele Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen“, sagte Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). „Mit dieser Ausnahme-Regelung stellen wir sicher, dass Lieferketten aufrechterhalten und Versorgungsengpässe vermieden werden können.“
Auch an Ferien-Samstagen sind Lkw-Fahrten erlaubt
Zudem dürfen Lkw in den Sommerferien auch samstags fahren. Die Regelung ist zunächst bis zum 31. August beschränkt. Sie gilt nicht für Großraum- und Schwertransporte.
Wegen des anhaltenden Niedrigwassers können viele Frachtschiffe derzeit nur mit einem Bruchteil der üblichen Ladung fahren. Durch die Lockerung des Fahrverbots sollen nun vorübergehend mehr Gütertransporte vom Wasserweg auf die Straßen verlegt werden können.
Konsequenz nach Spitzentreffen – auch in Rheinland-Pfalz und Saarland
Bei einem Spitzentreffen mit Wirtschaftsverbänden und Unternehmen hatte der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) am Donnerstag in Bonn mehrere Sofortmaßnahmen angekündigt, um Lieferketten auf wichtigen Wasserstraßen wie Rhein, Donau und Elbe aufrechtzuerhalten.
NRW hatte sich für eine einheitliche Lösung beim Bund eingesetzt. Als erste Bundesländer hatten Rheinland-Pfalz und das Saarland mitgeteilt, Lkw-Transporte an Sonn- und Feiertagen zu erlauben.
BDI mit Lob – BUND mit Kritik
Während der Industrieverband BDI die Entscheidung begrüßt, kommt Kritik vom Umweltverband BUND. Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt sagte, die Maßnahmen zeigten, dass die Regierung nicht verstanden habe, dass niedrige Flusspegel ein Symptom der Klimakrise seien.
Mit der Ausbaggerung von Flussbetten oder mehr Lkw auf Autobahnen lasse sich das Problem nicht lösen, sagte Bandt der „Rheinischen Post“: „Die Vergangenheit zeigt, dass Ausbau den ökologischen Zustand der Flüsse maßgeblich verschlechtert. Doch intakte Flusslandschaften sind ein Schlüssel für den Wasserrückhalt in der Landschaft, die Niedrigwasser abmildern.“ (dpa)
