NRW ist SpitzenreiterSelbst zu zahlende Anteile für Pflegeheime steigen weiter

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Eine Bewohnerin eines Pflegeheims wird von einer Pflegerin einen Gang entlang geschoben.

Für Pflegebedürftige im Heim sind selbst zu zahlende Anteile weiter gestiegen.

Für Pflegebedürftige und ihre Familien nehmen die finanziellen Belastungen schon seit Jahren immer weiter zu.

Für Pflegebedürftige im Heim sind selbst zu zahlende Anteile weiter gestiegen. Nordrhein-Westfalen ist dabei Spitzenreiter bei den Kosten. Das zeigt eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zum 1. Juli waren demnach im ersten Jahr im Heim im bundesweiten Schnitt 2.871 Euro pro Monat aus eigener Tasche fällig - 211 Euro mehr als Mitte 2023. In NRW waren es sogar 3.200 Euro - 259 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Hinter NRW gehören Baden-Württemberg (3.180 Euro) und das Saarland (3.166 Euro) zu den drei teuersten Ländern für Pflegeheimbewohner.

NRW: Anstieg trotz höherer Zuschüsse

Die Belastungen wachsen damit trotz 2022 eingeführter und zum 1. Januar 2024 angehobener Entlastungszuschläge weiter, die mit der Aufenthaltsdauer steigen. Mit dem höchsten Zuschlag ab dem vierten Heimjahr stieg die Zuzahlung nun im Schnitt bundesweit auf 1.865 Euro im Monat. Das waren den Daten zufolge 91 Euro mehr als zum 1. Juli 2023.

In NRW betrug die durchschnittliche Eigenbeteiligung mit Zuschüssen nach 36 Monaten sogar 2.226 Euro - 128 Euro mehr als Anfang Juli 2023. Hintergrund für den wachsenden Eigenanteil sind vor allem höhere Personalkosten für Pflegekräfte.

Erstmals Ausbildungskosten einbezogen

In den Kosten für einen Pflegeheimplatz ist der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Daneben müssen Bewohnerinnen und Bewohner Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen selber zahlen.

In die Auswertung zum 1. Juli wurden erstmals Ausbildungskosten einbezogen, die ebenfalls von den Heimen weitergegeben werden. Dieser Posten wurde auch in die Vergleichswerte zum 1. Juli 2023 eingerechnet, wie es zur Erläuterung hieß. Ausgewertet wurden den Angaben zufolge Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Bundesländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit. (dpa/lnw)

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