Die Leihmutter-Affäre hat der CDU-Politiker mit Schrammen überstanden. Dann flog er in den Urlaub, statt seinen Pflichten nachzukommen.
Nächster FehlerJens Spahn offenbart große Distanz zum Leben normaler Bürger

Wenigstens seinem Bundestagsmandat muss Jens Spahn (CDU) gerecht werden.
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Einmal aus der Perspektive einer berufstätigen Mutter geschaut: Wer sich vornimmt, Familie und einen anspruchsvollen Vollzeit-Job unter einen Hut zu bringen, macht viele Jahre nicht viel mehr als Job und Familie, Familie und Job. So ein Lebensprojekt muss man gut planen: Wer nimmt wann Auszeit für die Kinder?
Im ersten Jahr nach der Geburt hilft es sehr, wenn mindestens ein Elternteil pausiert. Danach jongliert man mit Kita, Babysittern, Großeltern, Freunden, individuellen Absprachen bei der Arbeit und im Notfall auch mit Krankentagen für die Kinder. Täglich droht die Überforderung. Alle berufstätigen Eltern wissen das. Und oft haben sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich wegen der Kinder im Job abmelden müssen.
Schaden für Ansehen von Politik
Was leider nicht geht: spontaner Urlaub. Was gar nicht geht: Familiäre Gründe oder kinderkrank anmelden und dann spontan Urlaub machen. Was überhaupt gar nicht geht: Einer Partei angehören, deren Vorsitzender und Bundeskanzler die Bürger auffordert, nicht so oft krankzufeiern und mehr zu arbeiten und dann unter Hinweis auf „familiäre Gründe“ spontan der Arbeit für einen Kurzurlaub fernzubleiben. Nichts beschädigt das Ansehen von Politikern mehr als solch ein Verhalten.
Hass gegen Spahn
Bei Jens Spahn kommt hinzu, dass eine Reihe politischer Fehler vorausgegangen sind. Sein Rückzug nun auch aus dem Haushaltsausschuss ist konsequent. Dass sich Spahn aktuell auf Wahlkreis und Familie konzentrieren möchte, ist verständlich. Er und seine Familie bekommen angesichts der Vielzahl seiner politischen Fehler nicht nur Kritik, sondern auch Hass ab. Manche Reaktionen sind widerlich.
Seiner verbliebenen Verantwortung aber muss Spahn nun gerecht werden. Das Bundestagsmandat muss er in Sitzungswochen auch in Berlin ausüben – oder so konsequent sein, sich ganz aus der Politik zurückzuziehen.
