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Kommentar

Aussichten für 2023
Jahrzehntelang wähnten wir uns sicher – und jetzt?

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2 min

Es geht vorwärts, trotz allem: Per Boot fahren Menschen in der Ukraine neben einer zerstörten Brücke über den Fluss Siwerskyj Donez.

Krieg, Energiekrise, Klimawandel: Warum wir trotzdem nicht nur mit Sorgen auf das Jahr 2023 blicken sollten.

Ein gutes neues Jahr? Zunächst einmal dominiert doch Sorge, große Sorge, wenn wir auf 2023 vorausblicken. Ein Ende des mörderischen Angriffskriegs, den Russland gegen die Ukraine führt, ist nicht abzusehen. Im gar nicht so Fernen Osten baut China seine Drohkulisse gegen Taiwan immer weiter auf.

Jahrzehnte lang wähnten wir uns zumindest im Gebiet der EU und ihrer Partnerländer sicher. Nicht nur im militärischen Sinne, sondern auch was die Verlässlichkeit lebenswichtiger Leistungen angeht. Die Energieversorgung, die Lieferketten für Medikamente. Das alles ist ins Rutschen gekommen, teilweise durch den russisch-ukrainischen Krieg bedingt, teilweise durch die irrwitzige chinesische Corona-Politik. Und jene Notmaßnahmen, die den Ausfall russischer Gaslieferungen kompensieren, treiben kurzfristig den Ausstoß von Kohlendioxid hoch. Bliebe es dabei, dann wäre das ein Sicherheitsrisiko für die ganze Menschheit.

Demokratien sind anpassungsfähig

Andererseits hat das Jahr 2022 auch gezeigt, wie anpassungsfähig westliche, demokratische Gesellschaften sind. Allen voran die der Ukraine. Das deutsche Affentheater um Panzer, Atomkraftwerke und einen vom Kreml ausgespähten Auslandsgeheimdienst mag zwar Zweifel daran wecken, ob unser Land wirklich auf die vom Bundeskanzler festgestellte Zeitenwende eingestellt ist. Aber die westlichen Staaten haben einen Zusammenbruch ihrer Energiemärkte abgewendet und dämmen durch dosierten Druck die russische Aggression ein.

Diese Fähigkeit, flexibel und abgewogen zu reagieren, sollte uns auch bei der Jahrhundertaufgabe Klimaschutz helfen. Wenn wir anpassungs- und lernfähig bleiben, kann 2023 ein einigermaßen gutes Jahr werden.