Wie auch immer die Virus-Variante heißt, die den Corona-Herbst dominieren wird, sie wird uns wahrscheinlich genauso rätselhaft bleiben wie alle SARS-CoV-2-Mutanten zuvor.
Denn schon jetzt zeichnet sich ab, dass angesichts der zu erwartenden Welle wieder einmal über alles diskutiert wird – von Maskenpflicht bis Zugangsbeschränkung –, aber nicht über eine langfristige zuverlässige Datenerhebung zum Infektionsgeschehen. Die allerdings wäre inzwischen dringend nötig und wird von Experten gefordert, seit uns die erste Corona-Welle erreicht hat.
Nur auf der Grundlage regelmäßiger Testungen einer repräsentativen Personengruppe und der Erfassung von relevanten Angaben wie etwa Krankheitsverlauf und Impfstatus ließen sich wirklich belastbare Aussagen zur Infektionsentwicklung und zur Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen treffen.
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Ohne diese Daten-Basis schauen Entscheidungsträger und Experten, umgeben von einem Dunkelfeld nicht erfasster Erkrankungen, in die Kristallkugel. Oder wissenschaftlich ausgedrückt: „Wir haben eine schlechte Datenlage“, so der Virologe Hendrik Streek. Das lange erwartete Gutachten zu den Corona-Schutzmaßnahmen hat deshalb Anfang Juli auch nur minimale Erkenntnisse gebracht, etwa dass Masken in Innenräumen wirksam sind. Zumindest hat das aber bewirkt, dass sich jetzt auch der Ampel-Partner FDP bei diesem Thema bewegt und eine Maskenpflicht in Innenräumen für den Herbst erwägt. Immerhin ein gemeinsamer Nenner. Ansonsten aber wird die Vielstimmigkeit gepflegt. Die Forderungen nach einer repräsentativen Corona-Studie sind in diesem Konzert bisher leider untergegangen.
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