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„Grausamkeit kennt kein Ende“Eltern und viele Kinder tot – Russischer Angriff sorgt für Entsetzen

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte ein Foto von der Familie, deren Wohnhaus in Krywyj Rih von einer russischen Rakete getroffen wurde.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte ein Foto von der Familie, deren Wohnhaus in Krywyj Rih von einer russischen Rakete getroffen wurde.

Drei Erwachsene und drei Kinder derselben Familie sterben durch eine Rakete. Weitere Kinder werden tot unter den Trümmern vermutet.

Bei einem russischen Angriff auf die Ortschaft Raduschne in der Ukraine sind mindestens drei Erwachsene und drei Kinder derselben Familie getötet worden. Zwei Kinder hätten lebend geborgen werden können, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Vier weitere Kinder wurden tot in den Trümmern vermutet, das jüngste von ihnen eineinhalb Jahre alt, teilten die örtlichen Behörden mit. Aufnahmen vom Ort des Angriffs zeigen ein vollkommen zerstörtes Gebäude.

„Heute haben die Russen mit einer ballistischen Rakete ein ganz normales Haus einer ganz normalen Familie zerstört“, schrieb Selenskyj angesichts des Angriffs nahe seiner Heimatstadt Krywih Rih in den sozialen Netzwerken. Der Staatschef betonte, dass alle Todesopfer zu derselben Familie gehörten.

Russische Rakete trifft Wohnhaus: „Fast nichts mehr übrig“

„Mutter Olena, Vater Artem, sieben Kinder – Mark, Dominika, Zakharii, Azarii Ilai, Federica, Emilia und Viorika – sowie der eineinhalbjährige Enkel Artem, das Kind ihres ältesten Sohnes, der derzeit die Ukraine verteidigt. Bislang steht fest, dass die Eltern und drei Kinder – Mark, Azarii Ilai und Emilia – getötet wurden“, schrieb Selenskyj und veröffentlichte dazu ein Foto der Familie. 

Nach einem russischen Raketenangriff sind von einem Wohnhaus in der Ortschaft Raduschne nur noch Trümmer übrig.

Nach einem russischen Raketenangriff sind von einem Wohnhaus in der Ortschaft Raduschne nur noch Trümmer übrig.

Die russische Rakete sei mit „einer solchen Wucht eingeschlagen, dass von dem Haus fast nichts mehr übrig blieb“, fügte der ukrainische Staatschef hinzu und beschrieb schließlich die Lage vor Ort mit deutlichen Worten: „Unter den Trümmern wurden menschliche Leichenteile gefunden, und nur durch gerichtsmedizinische Untersuchungen lässt sich feststellen, zu welchen Familienmitgliedern sie gehören.“

„Das russische Böse kann nur von der ganzen Welt gestoppt werden“

Russland habe mit dem Angriff auf das Wohnhaus ein „schreckliches Verbrechen“ begangen – „gegen ganz normale Menschen, gegen das ganz normale Leben“. Kein Land dürfe angesichts eines solchen Terrors allein gelassen werden, forderte Selenskyj. „Das russische Böse kann nur von der ganzen Welt gestoppt werden.“ Der Staatschef betonte zudem erneut die große Bedeutung westlicher Waffenlieferungen. 

In der Ukraine herrschte am Donnerstag (30. Juli) angesichts des Angriffs, dem mutmaßlich eine ganze Familie zum Opfer gefallen ist, Entsetzen. „Jedes Mal, wenn ich denke, es kann nicht schlimmer werden, beweist Russland, dass seine Grausamkeit kein Ende kennt“, schrieb etwa der frühere ukrainische Regierungsberater Anton Geraschtschenko auf der Plattform X. 

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die russischen Schläge gegen Zivilisten. „Wir verurteilen die massiven russischen Angriffe auf die Ukraine scharf. Viele Zivilisten mussten wieder ihr Leben lassen“, schrieb der CDU-Politiker in den sozialen Netzwerken und fügte hinzu: „Wir stehen unverbrüchlich an der Seite unserer Partner.“

Russland greift mit mehr als 70 Raketen an – Ukraine schlägt zurück

Insgesamt griff Russland die Ukraine nach ukrainischen Angaben in der Nacht zum Donnerstag mit 74 Raketen und 284 Drohnen an. Die ukrainische Luftwaffe fing nach eigenen Angaben 55 Raketen und 265 Drohnen ab. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es seien ukrainische militärisch-industrielle Komplexe sowie militärische Kommunikations- und Logistikzentren getroffen worden.

Die Ukraine griff derweil erneut Logistikzentren des Onlinehändlers Wildberries in zwei Regionen in Russland an. An beiden Standorten brachen daraufhin Großbrände aus, das Personal wurde evakuiert. Seit knapp zwei Wochen greift die Ukraine immer wieder Logistikzentren des Onlinehändlers an, der für russische Verbraucher und Händler und für die russische Militärlogistik von großer Bedeutung ist. (mit afp)