Die ehemalige First Lady attackiert Donald Trump und nimmt ihren Ehemann Bill Clinton im Epstein-Skandal in Schutz.
Hillary Clinton attackiert Trump„Das lässt mich vermuten, dass sie etwas zu verbergen haben“
Hillary Clinton, ehemalige First Lady und Ex-US-Außenministerin, hat sich gegenüber deutschen Medien zu Spekulationen über Kontakte zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, zur Lage der USA und zu US-Präsident Donald Trump geäußert.
„Ich habe ihn nie getroffen“, sagte Clinton laut einer Vorabmeldung in der ARD-Talksendung „Maischberger“ über den Sexualstraftäter. Epstein begegnet zu sein, schloss die ehemalige First Lady jedoch nicht aus. „Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, aber daran kann ich mich nicht erinnern.“ Das Interview wurde nach Angaben der ARD am Montag in Berlin aufgezeichnet und wird in der Sendung „Maischberger“ diesen Mittwoch zu sehen sein.
Hillary Clinton äußert sich zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein
Ihren Ehemann, den früheren US-Präsidenten Bill Clinton, nimmt die ehemalige First Lady im Zusammenhang mit Epstein in Schutz: „Mein Mann hat ihn nur getroffen, weil er ein Flugzeug zur Verfügung gestellt hat, um Wohltätigkeitsprojekte zu besuchen, die Bill im Zusammenhang mit HIV/AIDS durchgeführt hat“, erklärte Clinton. „Das Angebot mit dem Flugzeug endete Jahre, bevor er verurteilt wurde.“

Ex-Präsident Bill Clinton zusammen mit Hillary Clinton im US-Kapitol. (Archivbild)
Copyright: AFP
Auch in einem Interview mit dem „Spiegel“ kam der Epstein-Skandal zur Sprache. „Wissen Sie, Tausende, teils sehr bekannte Menschen, werden in den Akten erwähnt“, erklärte Clinton im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin. „Eine Erwähnung sollte nicht dazu verleiten, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, denn dafür braucht es Beweise.“
Bill Clinton und Jeffrey Epstein: „Er stand ihm nicht nahe“
„Er stand ihm nicht nahe“, sagte Clinton mit Blick auf die Beziehung von Epstein und ihrem Mann. Der Sexualstraftäter habe „seine Verbrechen verheimlicht, bis er verurteilt wurde“, führte die ehemalige Außenministerin aus.
Hillary und Bill Clinton sollen Ende Februar in einem US-Kongressausschuss zu den sogenannten Epstein-Files aussagen. Clinton betonte nun ihre Bereitschaft zu einer öffentlichen Anhörung. „Wir haben nichts zu verbergen, wir haben gesagt, dass wir öffentlich aussagen werden. Das würden wir sogar vorziehen. Wir wollen Transparenz. Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel“, sagte sie der ARD.
„Lässt mich vermuten, dass sie etwas zu verbergen haben“
Der Trump-Regierung wirft Clinton derweil vor, im Fall Epstein die Aufklärung zu behindern, und sprach von einem „bewussten Versuch, Trump zu schützen“. Die Art und Weise, wie die Trump-Regierung versucht habe, die Epstein-Akten zu verbergen, „lässt mich vermuten, dass sie etwas zu verbergen haben“, sagte Clinton bei „Maischberger“.

Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zusammen mit Donald Trump. (Archivbild)
Copyright: IMAGO/Capital Pictures
Epsteins Verbrechen seien „schrecklich“ gewesen. „Die Menschen, die Opfer, verdienen sämtliche Informationen aus diesen Akten“, sagte Clinton zudem im Gespräch mit dem „Spiegel“. Im Interview mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin zeigte sich Clinton besorgt um die USA.
Hillary Clinton zeigt sich besorgt um ihr Heimatland
Sie blicke „mit großer Sorge“ auf ihr Heimatland, erklärte Clinton. Die Trump-Regierung hetze US-Bürger gegeneinander auf und erlaube etwa ICE‑Beamten, „außerhalb des Rechts zu agieren“, kritisierte die 78-Jährige. Die US-Regierung versuche, „demokratische Errungenschaften rückgängig zu machen“, warnte Clinton.
„Man muss den Beleidigungen und der Untergrabung europäischer Werte durch Trump etwas entgegensetzen“, erklärte die frühere First Lady mit Blick auf Europa. „Ich komme gerade von der Münchner Sicherheitskonferenz, und es macht mir Mut, dass einige europäische Staats- und Regierungschefs Trump nicht nur rhetorisch Kontra geben.“
„Wladimir Putin wollte nicht, dass ich gewählt werde“
Auch Russlands Krieg gegen die Ukraine kam in dem Interview zur Sprache. „Wladimir Putin wollte nicht, dass ich gewählt werde, und hat sehr hart gegen mich gearbeitet“, erklärte Clinton mit Blick auf ihre Wahlniederlage gegen Trump im Jahr 2016.
„Ich sage nicht, dass ich den Überfall hätte verhindern können, aber ich hätte mich niemals von der Ukraine abgewandt“, erklärte die Demokratin weiter. Trumps Verhalten sei „schändlich“. Der Republikaner habe Kremlchef Putin „nie ernsthaft kritisiert, weil er Macht bewundert, die keiner Kontrolle und Rechenschaft unterliegt“, fügte Clinton hinzu.

