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Werkzeugversteck gefundenNRW-Minister Limbach äußert sich zu spektakulärem Gefängnisausbruch

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In Duisburg-Hamborn ist ein Häftling entkommen (Symbolbild).

In Duisburg-Hamborn ist ein Häftling entkommen (Symbolbild).

Am Sonntag konnte sich ein Häftling in Duisburg-Hamborn aus seiner Zelle befreien, er floh übers Dach. Nun spricht der Justizminister.

In der Nacht zu Sonntag (30. August) ist einem Gefangenen ein spektakulärer Ausbruch aus der Justizvollzugsanstalt Duisburg-Hamborn gelungen. Der Mann, der wegen Diebstahlsverdachts in Untersuchungshaft saß, kletterte übers Dach in die Freiheit. Bisher fehlt von ihm jede Spur. Nun äußerte sich NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis 90/Die Grünen) zu dem Fall.

Im WDR erklärte Limbach am Montag, die Ermittlungen liefen unter Hochdruck, bisher gebe es aber keinen Fahndungserfolg. Dafür nannte der Minister einige Details, wie die Flucht des Untersuchungshäftlings ablief. Man habe ein Versteck gefunden, in dem der Mann offenbar Werkzeug für seine Flucht versteckt habe. Dieses habe er aber mitgenommen.

Es geht vor allem um eine mögliche Metallsäge, mit der die Gitterstäbe der Zelle augenscheinlich durchgesägt wurden. Wie solches Werkzeug in die Haftanstalt gelangte, ist nach Auskunft des Ministers unklar. „Wir werden das genau untersuchen müssen, auf welchem Weg das Sägematerial in die Anstalt gekommen ist. Da wir aber noch nicht wissen, was das für ein Werkzeug war, müssen wir das in Ruhe untersuchen“, so Limbach. Die JVA in Duisburg liege in der Innenstadt und habe keine Außenmauern, daher sei die Situation nicht mit Gefängnissen am Stadtrand vergleichbar. 

Bisher deute nichts darauf hin, dass der Entflohene Hilfe von Bediensteten beim Ausbruch hatte. Ausgeschlossen ist dies aber wohl auch nicht. In diesem Fall müsse man von erheblicher krimineller Energie des Häftlings ausgehen. „Es hat in den letzten 40 Jahren nicht eine solche lange Phase ohne Ausbrüche gegeben wie jetzt“, erklärt der Minister.

Zahlreiche Vorfälle in NRW-Haftanstalten

Limbach steht unter Druck, denn in den vergangenen Monaten waren die NRW-Haftanstalten wegen mutmaßlicher Korruptionsfälle, Drogen und Hinweisen auf einen versuchten Aufstand in die Schlagzeilen geraten. Im Zentrum steht seit Wochen die Justizvollzugsanstalt Euskirchen, die größte Einrichtung für den offenen Vollzug in NRW. Es besteht der Verdacht, dass Bedienstete Gefangenen gegen Geld Vorteile verschafft haben könnten. Gegen acht Bedienstete und drei Inhaftierte wird ermittelt.

Limbach bestritt im WDR, dass es einen „Bestechlichkeitssumpf“ in NRW-Haftanstalten gebe. „Die große Mehrheit unserer Bediensteten arbeitet vollkommen rechtstreu und mit einem großen Einsatz für die Sicherheit in unseren Gefängnissen“, so der Minister. Allerdings müsse man jeden Verdachtsfall ernst nehmen, die Ermittlungen in den konkreten Fällen liefen. 

Generell würden die Maßnahmen wie die wöchentlichen Überprüfungen der Hafträume und der Einsatz von Drogen- und Handyspürhunden greifen, sagte Limbach. Hunde seien auch in der JVA Duisburg-Hamborn vor Ort. In der JVA Rheinbach, wo es jüngst eine Razzia gegeben hatte, arbeite man beispielsweise mit einem Drogenscanner.