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Kommentar zur Pompeo-AbsageVerhältnis an historischem Tiefpunkt

2 min
Mike Pompeo dpa

Mike Pompeo hat überraschend seinen Besuch in Deutschland abgesagt.

Berlin – Mit der brüsken Terminabsage des amerikanischen Außenministers hat das deutsch-amerikanische Verhältnis einen historischen Tiefpunkt erreicht. Mehr kann man einen politischen Partner nicht düpieren, als einen vereinbarten Besuch ohne ersichtlichen Grund abzusagen. Da hilft es auch nicht, dass ein Teil der Union immer noch bemüht ist, das Verhältnis zu den USA gesund zu beten. Selbst wenn Trump nicht wiedergewählt werden sollte, wird es das alte Verhältnis, in dem die USA selbstverständlich die Schutzmacht Deutschlands und der anderen europäischen Nato-Partner sind, nicht mehr geben.

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Amerika ist auch unter Trump unseren Wertevorstellungen von Freiheit und Demokratie immer noch viel näher als das autoritär beherrschte Russland. Aber während die gemeinsamen Ziele und Wertvorstellungen einst eine Selbstverständlichkeit waren, steht man sich heute in so vielen Fragen verständnislos gegenüber. Dass die Mehrheit der Deutschen Trump für gefährlicher hält als Putin, ist zwar eine Fehleinschätzung, illustriert aber die schlechte Stimmung gegenüber Amerika.

Nun kritisieren Trump und seine Gefolgsleute stets Deutschland, wenn sie auch ganz Europa meinen. Das muss die größte und ökonomisch stärkste Nation in Europa aushalten. Allerdings ist nicht nur die Trump-Administration mit ihrem rüpelhaft auftretenden Präsidenten schuld am Temperatursturz. Wenn die Bundesregierung innerhalb der Nato in Aussicht stellt, künftig zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Verteidigung auszugeben, 1,5 Prozent im Bündnis fest verspricht und nach einer kleinen Budgeterhöhung in der mittelfristigen Finanzplanung den Anteil wieder sinken lässt, dann ist es nachvollziehbar, dass sich die Bündnispartner veräppelt fühlen.