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IdeologiegeleitetIst Robert Habecks Politik zu weit weg von der Realität?

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Robert Habeck lehnt an einem Tisch und schaut in die Kamera, er trägt schwarze Kleidung. Der Hintergrund ist ebenfalls dunkel.

Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz.

Atomkraftwerke sind ein Dauerbrenner, in der Krise gibt es von unseren Lesern viel Kritik für Wirtschaftsminister Habeck. Doch nicht nur ihn sehen unsere Leser in der Verantwortung. Zwei Zuschriften.

Frau Mayer-Schilf hat Recht. In ihrem Kommentar „Weg mit der Ideologie“ zu den Maßnahmen des Wirtschaftsministers Robert Habeck am 27. Dezember betont sie mit Recht, dass diese Maßnahmen alle nur einen ideologischen Hintergrund haben und die Realität vollständig ausblendet. Die deutschen Kernkraftwerke werden abgeschaltet, die Windkraftanlagen sollen sich vermehren, Fracking wird verboten. Alles Energieträger, welche die Versorgungssicherheit garantieren. Mit Ausnahme der Windkraftanlagen: Es gibt keinerlei Stromspeicher, welche bei windigem Wetter die Stromproduktion für die Zeiten, in denen die Anlagen mangels Windes keinen Strom produzieren, speichern kann.

Dafür springen dann zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit die Atomkraftwerke aus Nachbarländern ein, welche aber zumeist nicht die Sicherheitsstandards unserer Atomkraftwerke haben. Frackinggase werden dann aus Amerika per Schiff importiert, Öl- und Heizgase per Schiff aus Katar – selbstverständlich alles umweltfreundlich. Ich verstehe nicht – hier unterzeichne ich die Artikelüberschrift „Weg mit der Ideologie“ –, wie eine Regierung, die geschworen hat, für die berechtigten Interessen des Volkes zu arbeiten, real genau das Gegenteil tut. Ihnen geht es nur um die Umsetzung ihrer realitätsfernen Ideologie.

Auch diese Regierung sollte sich darüber im Klaren werden, dass mittlerweile die Erde nur noch ein Dorf ist. Der CO2-Ausstoß kann in Deutschland auf Null sinken, er kommt aber in immer höherem Maße aus anderen Ländern und Kontinenten. Das wirkliche Ziel muss doch sein, dass weltweit alle für die Senkung der Treibhausgase erforderlichen Maßnahmen wirksam ergriffen werden.

Rolf Böhmer, Wachtberg


Die Abschaltung der drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in der jetzigen Zeit liegt hart an der Grenze zum Aberwitz. Das eigentliche Problem aber ist Exkanzlerin Angela Merkel: Nachdem sie und ihre Regierung im Herbst 2010 eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke auf bis zu 14 Jahre (je nach Alter) beschlossen hatten, konnten sie nach dem Unfall von Fukushima im März 2011 nicht schnell genug ihr Mäntelchen in den Wind hängen und beschlossen, alle Atomkraftwerke schnellstmöglich abzuschalten. Herr Habeck mag als Wirtschaftsminister schlecht sein, doch den gewaltigen Einfluss, den Rundschau-Leser Stephan Bolz ihm in seinem Leserbrief zuschreibt, hat er nicht. Denn einen Einfluss auf die inflationär gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise hat selbst ein deutscher Super-Wirtschaftsminister nicht.

Karl Haus, Köln