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Missbrauch in katholischer KircheRund 1600 Opfer-Anträge im vergangenen Jahr gestellt

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Symbolbild Kreuz

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Bonn – Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche haben im vergangenen Jahr 1565 Anträge auf Entschädigung bei der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) eingereicht. Mit Stand vom 15. Februar verzeichnete das Gremium sogar 1626 Anträge, wie die Vorsitzende Margarete Reske am Freitag bei der Vorstellung des ersten Jahresberichts der UKA bekanntgab. Davon seien inzwischen 729 Anträge beschieden.

Reske äußerte die Hoffnung, das Arbeitstempo der elf Mitglieder zählenden Kommission weiter erhöhen zu können. Die Zahl der bislang unbearbeiteten Anträge sei immer noch zu hoch, „als dass wir zufrieden sein könnten“. Bei etwa einem Drittel der Anträge handelte es sich den Angaben zufolge um Erstanträge; bei dem Rest hatte es bereits Verfahren beim UKA-Vorgänger, der Zentralen Koordinierungsstelle (ZKS), gegeben.

Auszahlungen in Höhe von 12,9 Millionen Euro

Die neue Kommission nahm am 1. Januar 2021 ihre Tätigkeit auf. Sie hat die Aufgabe, darüber zu entscheiden, wie viel Geld Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche in Anerkennung des ihnen zugefügten Leids erhalten. Dazu nimmt sie Anträge über die Ansprechpersonen der Bistümer oder Ordensgemeinschaften entgegen, legt eine Höhe fest und weist die Auszahlung an Betroffene an.

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Im vergangenen Jahr entschied die UKA in 606 Fällen auf Anerkennungsleistungen in Höhe von insgesamt rund 12,9 Millionen Euro. In 268 Fällen blieb die Leistungshöhe unter 10.000 Euro, in 47 Fällen überschritt sie die Schwelle von 50.000 Euro. Darunter waren sechs Fälle, in denen die Zahlungen über 100.000 Euro lagen. Laut der Vorsitzenden Reske gab es bislang allerdings nie Widerstände gegen die von ihrem Gremium festgesetzten Zahlungen.

481 der Betroffenen (rund 79,4 Prozent) waren männlich, 125 weiblich, was einen Anteil von 20,6 Prozent bedeutet. Reske berichtete auch, dass 128 Anträge priorisiert worden seien, zum Beispiel wegen hohen Alters oder schwerer Erkrankung des oder der Betroffenen. (kna)