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Nach MissbrauchsstudieBistum Münster zieht Konsequenzen

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Kündigte konkrete Einschnitte in die Machtstrukturen des Bistums an: Bischof Felix Genn.

Münster – Münsters katholischer Bischof Felix Genn hat persönliche Fehler im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt eingeräumt. Vier Tage nach Vorstellung einer unabhängigen Missbrauchsstudie für seine Diözese sagte er gestern: „Ich selbst hätte in einigen Situationen anders handeln müssen.“

Zugleich wies der 72-Jährige darauf hin, dass er sexuellen Missbrauch weder vertuscht noch die Interessen der Institution über die Sorge um die Betroffenen gestellt habe. Daher wolle er nicht zurücktreten und seine Amtszeit dazu nutzen, Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch zu ergreifen.

Genn:„ Amtsvorgänger haben im Ungang mit Missbrauchs-Fällen schwere Fehler gemacht"

Nach Genns Worten haben aber seine verstorbenen Amtsvorgänger Reinhard Lettmann, Heinrich Tenhumberg und Michael Keller im Umgang mit Fällen Missbrauchs „schwere Fehler“ gemacht. „Sie ließen sich von einer Haltung leiten, die den Schutz der Institution im Blick hatte, nicht aber die Betroffenen.“ Mit den Betroffenen solle nun abgesprochen werden, wie dieser Bischöfe und anderer verstorbener Amtsträger gedacht werden solle.

Genn nannte es einen Fehler, in seiner Anfangszeit in Münster gegenüber Beschuldigten nicht hart genug durchgegriffen zu haben. „Ich fühlte mich da in der Rolle zwischen Seelsorger und Richter.“ Auch habe er Pfarreien nur unzureichend über bei ihnen eingesetzte Missbrauchstäter informiert.

Bischof kündigt Maßnahmenpaket gegen Missbrauch an

Der Bischof kündigte zudem ein breites Maßnahmenpaket gegen Missbrauch und Machtmissbrauch an. So lässt er prüfen, ob sein Bistum vorübergehend eine kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit einführt, bis es hierzu Festlegungen aus Rom und von der Bischofskonferenz gibt. Solche Gerichte könnten gerade bei Missbrauchsfällen kirchliche Verwaltungsakte rechtlich überprüfbar machen, sagte der Bischof.

Zudem wolle er Macht abgeben, sagte Genn. „Obwohl kirchenrechtlich die Letztverantwortung in vielen Fragen beim Bischof bleiben wird, bin ich bereit, mich im Rahmen einer Selbstverpflichtung an die Entscheidungen diözesaner Gremien zu binden.“ Personalentscheidungen würden künftig „nachvollziehbarer und partizipativer getroffen“. Die Personalkonferenz werde „geschlechtergerecht“ aufgestellt, um „männerbündischen Strukturen“ entgegenzuwirken.

Schärfere Kontrollen von Tätern und Beschuldigten

Weiter kündigte Genn eine schärfere Kontrolle von Tätern und Beschuldigten an. Dass diese ihre Auflagen einhalten, werde ab kommendem Jahr eigens ein Mitarbeiter überprüfen. Der Bischof gab auch die Namen der Mitglieder einer künftigen Aufarbeitungskommission bekannt, zu der auch der münstersche Kirchenrechtler Thomas Schüller gehört.

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