Russische Angriffe auf die Infrastruktur, Raketeneinschläge in den Städten: Der bevorstehende Winter wird für die Ukraine schwer. Die Bundesregierung sagt mehr Hilfe zu.
Nach Treffen in BerlinMerz sichert der Ukraine zusätzliche Winterhilfe zu

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r) und Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, geben im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz.
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Deutschland unterstützt die Ukraine vor dem schwierigen Winter mit zusätzlichen Hilfen. „Wir werden unsere Hilfe fortsetzen, bis dieser Krieg beendet ist“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin.
Merz betonte dabei mehrfach, Deutschland helfe der Ukraine in eigenem Interesse. „Der Ausgang dieses Krieges wird die europäische Sicherheit für lange Zeit prägen“, sagte er. Die zusätzliche Winterhilfe soll nach dpa-Informationen 200 Millionen Euro umfassen, darunter 100 Millionen im Etat des Auswärtigen Amtes und 100 Millionen als Teil der Entwicklungspolitik.
Koalition der Willigen trifft sich noch im November
Merz rief auch die europäischen Partner zu weiterer Unterstützung auf. „Alle Europäer tragen Verantwortung, nicht nur die Deutschen“, betonte der Kanzler. Für den 19. November habe er deshalb zu einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen eingeladen. Eine große Zahl von Staats- und Regierungschefs werde dazu nach Berlin kommen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l) begrüßt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, auf dem Balkon des Bundeskanzleramts.
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Bei dem Treffen sollen Vereinbarungen über den Umfang der Unterstützung für das Jahr 2027 getroffen werden. Dabei werde es vor allem um militärische Hilfe gehen. Für 2026 hätten sich die Nato-Staaten auf eine militärische Unterstützung der Ukraine in Höhe von 70 Milliarden Euro verständigt, sagte Merz. „Wir müssen auch dafür sorgen, dass alle Partner dieser Verpflichtung nachkommen.“
Nächste Gesprächsrunde mit Russland steht bevor
Selenskyj war vor neuen Gesprächen über ein Ende des Krieges nach Berlin gekommen. Kurz vor der Ankunft kündigte der US-Sondergesandte Steve Witkoff eine neue Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA für nächste Woche Dienstag und Mittwoch in Abu Dhabi an.
Die Grünen-Haushaltspolitikerin Jamila Schäfer forderte die Bundesregierung auf, finanzielle Spielräume für die Ukraine-Hilfe zu nutzen. „Wir haben der Bundesregierung deutlich mehr finanzielle Möglichkeiten eröffnet, um das Leid der Menschen in der Ukraine zu lindern“, erklärte sie.
Die humanitäre Unterstützung für die Ukraine sei in den vergangenen Jahren gekürzt worden, während Putin seine Angriffe auf zivile Ziele massiv verschärft hat. „Angesichts der gezielten Angriffe auf die Energieversorgung ist es daher zumindest ein kleiner Lichtblick, dass zusätzliche Mittel bereitgestellt werden sollen“, sagte Schäfer. (dpa)
