Die Sanierung der rechten Rheinseite kostet laut DB InfraGo rund 1,6 Milliarden Euro. Pendler müssen sich umstellen.
Sperrung der rechten Rheinseite160 Busse und drei Fähren für fünf Monate als Bahn-Ersatz

Die Brücke der A 560 führt bei Siegburg über die Bahngleise der Strecke zwischen Troisdorf und Bonn. Zukünftig soll auch die verlängerte S-Bahn-Strecke der S13 hier entlangführen. Die rechtsrheinische Bahnstrecke Troisdorf-Unkel wird ab 10. Juli bis 12. Dezember gesperrt.
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Die Sperrung der Bonner Nordbrücke stellt den Verkehrsverband go.Rheinland bei der bevorstehenden Generalsanierung der 160 Kilometer langen rechtsrheinischen Bahnstrecke zwischen Troisdorf, Bonn-Beuel und Wiesbaden vor zusätzliche Probleme. Ab Freitag, 10. Juli, ist sie für fünf Monate bis zum 12. Dezember dicht. Die Modernisierung einer der wichtigsten Bahnstrecken Deutschlands, vor allem für den Güterverkehr, kostet rund 1,6 Milliarden Euro.
Damit der Schienenersatzverkehr mit Bussen vom ersten Tag an reibungslos läuft, hat go.Rheinland zuletzt Probefahrten unternommen und einen zusätzlichen Bus bestellt, um Verspätungen abzufedern.

Die Rheinfähre „Königswinter IV“ verkehrt zwischen Königswinter und Bonn-Mehlem.
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Die Rheinfähre „Königswinter IV“ zwischen Königswinter und Bonn-Mehlem kann von Fußgängern und Radfahrern, die ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr haben, kostenlos genutzt werden. Für das Fahrrad ist kein zusätzlicher Fahrschein nötig. Autos sind von dieser Maßnahme ausgeschlossen, auch wenn die Fahrerin oder der Fahrer ein gültiges ÖPNV-Ticket besitzt.
Im angrenzenden Rheinland-Pfalz sind während der Zeit der Korridorsanierung die Personenfähre „Nixe“ zwischen Erpel und Remagen sowie die Personen- und Autofähre zwischen Linz und Remagen-Kripp in das Verkehrskonzept integriert. Zudem hat go.Rheinland zusätzliche Stadtbahnfahrten der Linie 66 zwischen Bonn-Ramersdorf und Königswinter Clemens-August-Straße bestellt.
Unsere Fahrgäste müssen sich auf einen reibungslosen Schienenersatzverkehr verlassen können
„Der Ersatzverkehr muss vom ersten Tag an gut funktionieren“, sagt Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland. „Unsere Fahrgäste werden sehr stark unter der langen Bauzeit und den damit verbundenen Einschränkungen leiden. Daher müssen sie sich auf einen reibungslosen Schienenersatzverkehr verlassen können“, so Norbert Reinkober. „Die von der DB beauftragten Busunternehmen konnten bei der noch laufenden Korridorsanierung zwischen Köln und Hagen reichlich Erfahrungen sammeln. Uns wurde versichert, dass daraus die richtigen Schlüsse gezogen wurden, um ab dem 10. Juli auf der rechten Rheinstrecke eine stabile Leistung zu erbringen.“
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) erwartet von der DB InfraGo, dass sie aus den Pannen bei den bisherigen Generalsanierungen gelernt hat. „Die Fahrgäste akzeptieren monatelange Einschränkungen nur, wenn die Strecke danach im Alltag zuverlässig funktioniert. Das muss der Maßstab sein. Deshalb bin ich der Bahn dankbar, dass sie nach den Erfahrungen in und um Wuppertal in Zukunft auch Stellwerke und moderne Sicherungstechnik von Anfang an in die Planung einbeziehen wird.“
Digitaler Zugverkehr ab 2028 möglich
Die DB InfraGo hat als Ersatz für die Regionalzüge und S-Bahnen 160 Busse bestellt, die auf 13 Linien eingesetzt werden sollen. Expresslinien sollen für möglichst schnelle Verbindungen zwischen Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie zwischen Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf sorgen.
Für das Rheinland ist der wichtigste Teil des Großprojekts der Ausbau der S 13, die ab Dezember zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel den Betrieb aufnehmen soll. Darüber hinaus werden die Stationen Niederdollendorf, Königswinter und Rhöndorf modernisiert sowie der Bahnhof Bad Honnef verlegt und neu gebaut.
Insgesamt werden zwischen Troisdorf und Wiesbaden rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und zehn Brücken erneuert oder instandgesetzt. Dazu wird die gesamte Leit- und Sicherungstechnik erneuert und sechs veraltete Stellwerke ersetzt.
Ende 2027 soll dann die gesamte Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden mit dem digitalen Zugleitsystem ETCS (European Train Control System) ausgerüstet sein. Dadurch können mehr Züge in kürzeren Abständen auf der Trasse fahren. „Wir sorgen dafür, dass die Infrastruktur robuster wird und der Zugverkehr deutlich störungsfreier rollen kann“, sagt Philipp Nagl, Chef der DB InfraGo.
