In der Pandemie verhält sich Amerika, wie es sich fast immer verhält in großen Krisen. Erst ist man schlecht vorbereitet, dann beginnt man zu improvisieren. Ein Ruck geht durchs Land, eine Welle der Hilfsbereitschaft kommt ins Rollen, die allermeisten Bürger tun das, was die Situation von ihnen verlangt. Gleichwohl ändert es nichts an den deprimierenden Zahlen. Mit Stand vom Dienstag waren in den Vereinigten Staaten so viele Corona-Fälle bestätigt wie in Italien, Spanien und Frankreich zusammengenommen.
Donald Trump betont neuerdings gern, dass er nun ein Kriegspräsident sei. Dabei hat sein eigenes Krisenmanagement zur Verschärfung maßgeblich beigetragen. Es wäre noch viel schlimmer, hätten einzelne Bundesstaaten nicht deutlich früher Kontaktbeschränkungen angeordnet. Auf seinen Pressekonferenzen bescheinigt sich Trump selber einen großartigen Job, erwartet permanent Lob und geht scharf mit Politikern ins Gericht, die nicht bereit sind, ihm dieses Lob zu zollen. An der Krise, hatte man gedacht, würde auch Trump wachsen. Zu erleben ist ein Kleingeist, der sich lieber in Eitelkeitsscharmützeln verzettelt, statt sein Land durch eine Ausnahmesituation zu führen.
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