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Wut im Weißen HausLinker Demokrat gewinnt Vorwahl – und treibt Trump zur Weißglut

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US-Präsident Donald Trump hält am Mittwoch (5. August) eine Rede bei einem Event in Las Vegas.

US-Präsident Donald Trump hält am Mittwoch (5. August) eine Rede bei einem Event in Las Vegas.

Abdul El-Sayed gewinnt eine Vorwahl in Michigan – und Donald Trump reagiert mit zwei Truth-Social-Beiträgen und einigen Beleidigungen.

US-Präsident Donald Trump hat mit Beleidigungen und wüsten Worten auf das Ergebnis einer Kongress-Vorwahl im nördlichen Bundesstaat Michigan reagiert. Dort hatte sich am Mittwoch der Mediziner Abdul El-Sayed gegen die Kongressabgeordnete Haley Stevens durchgesetzt – und seinen Wahlsieg für eine Attacke auf Trump genutzt. El-Sayed rief die Demokraten auf, nun geschlossen gegen den „historisch korrupten“ Trump und seine Republikaner zu kämpfen.

Bei der Richtungswahl in Michigan ging es darum, wer für die Demokraten bei den Kongresswahlen am 3. November für einen begehrten Senatsposten in Washington kandidieren kann. El-Sayed gewann die Vorwahl nun knapp gegen Stevens, die ihre Niederlage einräumte.

Abdul El-Sayed will Krankenversicherung für alle

Der Epidemiologe El-Sayed, dessen Familie aus Ägypten stammt, wirbt für ein Ende der US-Hilfen für Israel, eine Krankenversicherung für alle Bürgerinnen und Bürger und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE. Der 41-Jährige wurde von bekannten Links-Politikern wie Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez unterstützt.

Abdul El-Sayed, als progressiv geltender Kandidat der Demokraten für den US-Senat, spricht während einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Abdul El-Sayed, als progressiv geltender Kandidat der Demokraten für den US-Senat, spricht während einer Pressekonferenz. (Archivbild)

El-Sayed tritt nun am 3. November gegen den Republikaner Mike Rogers an. Sollte der linksgerichtete Demokrat gewinnen, wäre er der erste muslimische Senator der US-Geschichte. Bei den Zwischenwahlen zum Kongress in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit wollen die Demokraten das Repräsentantenhaus und nach Möglichkeit auch den Senat von den Republikanern zurückerobern.

Donald Trump poltert: „Ein kommunistischer Versager“

Trump, der bereits den linken New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani vor dessen Wahl hart attackiert hatte, zeigte sich angesichts El-Sayeds Wahlerfolg nun entsprechend gereizt. In gleich zwei Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social überzog der Republikaner den demokratischen Politiker mit Attacken und Beleidigungen.

El-Sayeds Wahlsieg sei eine „tolle Neuigkeit für die Republikanische Partei“, polterte Trump zunächst. „El-Sayed, ein kommunistischer Versager, der Juden und Israel hasst, wird voraussichtlich als Sieger aus dem Rennen hervorgehen“, hieß es weiter vom 80-jährigen US-Präsidenten. „Jetzt wird die verrückte Politik der ‚Dummokraten‘ nur noch schlimmer werden“, fügte Trump hinzu. 

Trump über sich selbst: „Die besten Zahlen aller Zeiten“

„Seit Jahrtausenden hat das Konzept der kommunistischen Politik nie funktioniert, und es wird auch jetzt nicht funktionieren“, schrieb Trump wenige Stunden später in einem weiteren Beitrag – und nannte den angeblich „enormen transformativen Erfolg, den die Trump-Regierung hervorgebracht hat und den die ganze Welt sehen und nachahmen kann“ als Grund. 

Unter seiner Präsidentschaft hätten die USA „die besten Wirtschaftszahlen aller Zeiten, die besten Handelszahlen, die besten Exportzahlen, die größten Investitionen in unserem Land und so weiter und so fort“, hieß es weiter von dem Republikaner. Belege für die angeblichen Erfolge lieferte Trump derweil nicht. 

Abdul El-Sayed weist Antisemitismusvorwürfe zurück

Auch bei einer Veranstaltung in Las Vegas am Mittwoch teilte Trump gegen den demokratischen Politiker aus. „Er ist ein Mann des Hasses“, erklärte der US-Präsident etwa und unterstellte El-Sayed erneut, Israel und Juden zu hassen. „Wenn ich Abdul sehe – er ist voller Scheiße“, polterte Trump weiter.

El-Sayed hat Vorwürfe des Antisemitismus unterdessen bereits in der Vergangenheit zurückgewiesen, berichtete das US-Medium „The Hill“. Am Mittwoch bekräftigte der Demokrat in einem Gespräch mit dem Portal „MS NOW“, dass er sich für die Sicherheit der jüdischen Bevölkerung einsetze.

„Mein Engagement für die Sicherheit der jüdischen Bevölkerung ist genauso groß wie mein Engagement für die Sicherheit meiner eigenen Kinder“, erklärte El-Sayed. „Wir haben die Verantwortung, Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen, wo immer wir ihn sehen. Es ist dieselbe Verantwortung, die wir auch gegenüber Islamfeindlichkeit haben.“ (mit afp)