Alice Weidel berichtet im ZDF von ihren Plänen im Falle eines Wahlsieges der AfD – nicht nur aus Deutschland kommt nun scharfe Kritik.
Reaktionen auf ZDF-Interview„Egoistisch“ und „Selbstmord“ – Warnungen vor Weidels Plänen

Auf diesem vom ZDF zur Verfügung gestellten Handout spricht Alice Weidel (r.), Bundesvorsitzende der AfD, mit Wulf Schmiese, Journalist und Fernsehmoderator, beim ZDF‑Sommerinterview.
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Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski hat auf Aussagen von AfD-Chefin Alice Weidel reagiert. „Die Wiedereinführung permanenter Grenzkontrollen in Deutschland wird schwerwiegende Folgen, auch wirtschaftliche, für Polen haben“, schrieb Sikorski am Montag (24. August) auf der Plattform X.
„Aber unsere Nationalisten denken nicht darüber nach, was passieren wird, wenn andere anfangen, genauso egoistisch zu handeln, wie sie es fordern“, schrieb Sikorski außerdem mit Blick auf entsprechende ähnliche Forderungen in Polen. Die AfD sei so etwas „wie die deutsche PiS“, hieß es weiter.
Alice Weidel: AfD will Euro abschaffen und aus Schengen austreten
Die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit ist als PiS bekannt. Die Rechtsaußenpartei regierte das Land zuletzt von 2015 bis 2023. AfD-Chefin Weidel hatte sich zuvor im ZDF-Sommerinterview zu den Plänen ihrer Partei im Falle einer Mehrheit auf Bundesebene geäußert.

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski. (Archivbild)
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Die AfD werde dann den Euro in Deutschland abschaffen, kündigte Weidel an. Mit Verweis auf die innere Sicherheit sagte die Parteichefin, die AfD werde zudem die Grenzen „zumachen“ und aus Schengen aussteigen. Alle Syrer würden „zurückgeführt in ihre Heimat“, so Weidel. Die AfD-Vorsitzende kritisierte in dem Interview die „offenen Grenzen – jeder kann rein“. Darunter leide die innere Sicherheit. „Wir sagen ganz klar: Wir machen die Grenzen zu.“
Alice Weidel siegessicher: „Wir werden auch im Bund regieren“
Mit Blick auf den Massenandrang von Migranten in der spanischen Exklave Ceuta sagte sie, die AfD steige aus Schengen aus. „Also dieser Vertrag wird aufgekündigt.“ Das Schengen-Abkommen regelt, dass es an den Grenzen zwischen Mitgliedsländern normalerweise keine Kontrollen gibt.
Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin äußerte sich Weidel siegesgewiss. „Wir werden in den ersten Bundesländern regieren“, sagte sie im ZDF. „Und wir werden auch im Bund regieren.“ Die AfD werde den Menschen zeigen, „was wir können“, kündigte die Parteichefin an. Bundesweit liegt die AfD in jüngsten Umfragen um bis zu acht Prozentpunkte vor der Union.
Kritik aus der Union: „Partei steht für den Niedergang Deutschlands“
Aus den Reihen der Christdemokraten gab es am Montag derweil ebenfalls Gegenwind für Weidel. „Das Sommerinterview von Alice Weidel hat einmal mehr deutlich gemacht, dass die AfD irrlichtert, wenn es konkret wird“, schrieb CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann bei X. „Diese Partei steht für den Niedergang Deutschlands.“
Mit Weidels Plänen zum Euro- und Schengen-Ausstieg lege Weidel „die Axt an zwei der größten europäischen Errungenschaften“, betonte die CDU‑Politikerin. „Das wäre ein schwerer Schlag für den deutschen Mittelstand.“ Wer deutsche Interessen ernst nehme, könne einen solchen Kurs nicht vertreten, führte Hoppermann aus.
„Das ist wirtschaftspolitischer Selbstmord“
„Die Rechnung für diesen Irrweg würden am Ende Unternehmen, Arbeitnehmer und Bürger zahlen“, warnte sie. Deutschland benötige „Vernunft und Verantwortung und keine extremen Experimente“, so Hoppermann. Die AfD biete jedoch lediglich „Chaos und Destruktion“.
Bereits zuvor hatte der CDU-Abgeordnete Klaus Wiener Weidels Pläne mit scharfen Worten kritisiert. Die Parteichefin „irre gewaltig“, wenn sie den Euro für schwach halte, dieser sei „sehr stabil“, erklärte Wiener und fügte hinzu: „Die AfD will aus dem Euro raus. Das ist wirtschaftspolitischer Selbstmord!“ (mit afp)
