Mit großer Mehrheit haben sich die Bürger für eine Teilnahme an einer Olympia-Bewerbung ausgesprochen. Es gibt Zustimmung, Kritik und Häme.
Olympia-Abstimmung„Pulheim kriegt ja nicht mal einen Brunnen ans Laufen“

Olympia-Botschafter Peter Worms und Bürgermeister Frank Keppeler freuen sich über das Abstimmungsergebnis in Pulheim.
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Die Reaktionen auf das positive Votum der Pulheimerinnen und Pulheimer für eine Olympia-Bewerbung fallen durchwachsen aus. In den sozialen Netzwerken gibt es deutliche Zustimmung, aber auch zahlreiche kritische Stimmen. So findet es ein User traurig, dass „nicht mal die Hälfte der Pulheimer“ abgestimmt haben.
Mehrere kritisieren die Kosten für eine Bewerbung für Olympische Spiele: „Geldverschwendung ohne Ende. Ich dachte, die Länder und Kommunen sind pleite“, schreibt ein User auf Facebook. Ein anderer zweifelt daran, ob die Stadt Pulheim ein solches Ereignis stemmen kann: Sie sei ja „nicht mal in der Lage, einen Springbrunnen auf dem Guidelplatz lauffähig zu bauen. Ich habe Angst“.
Bürgerentscheid in Pulheim: 70 Prozent sagten „Ja“
13.543 Menschen hatten am Sonntag (19. April) „Ja“ zum Ratsbürgerentscheid gesagt. Dies entspricht 70,19 Prozent. Mit „Nein“ stimmten 5751 Bürgerinnen und Bürger (29,81 Prozent). Rund 44.780 Einwohnerinnen und Einwohner waren abstimmungsberechtigt, der Ratsbürgerentscheid erfolgte per Briefabstimmung. Die Beteiligung lag somit bei 43,29 Prozent.
Konkret ging es um diese Frage: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Pulheim an der gemeinsamen Bewerbung KölnRheinRuhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“
„Die Menschen in unserer Stadt haben sich sehr deutlich für eine Teilnahme an der Bewerbung der Region KölnRheinRuhr um Olympische und Paralympische Sommerspiele ausgesprochen. Dies ist eine große demokratische Legitimation für die Teilnahme unserer Stadt an der Bewerbung“, sagte Bürgermeister Frank Keppeler. „Mit dem privaten Golf Club Gut Lärchenhof steht eine anerkannte Wettkampfstätte für große internationale Turniere als Austragungsort auf Pulheimer Stadtgebiet zur Verfügung.“
Im Vorfeld hatten Pulheimer CDU, SPD und Grüne sich für die Teilnahme an einer Olympia-Bewerbung ausgesprochen. Auch Landrat Frank Rock (CDU) hatte die Spiele als große Chance bezeichnet. Ins Zeug gelegt hatte sich zudem Josef Spyth, Geschäftsführer des privaten Golf-Clubs Gut Lärchenhof in Pulheim-Stommelerbusch. Der von der US-amerikanischen Golflegende Jack Nicklaus entworfene Platz ist als Austragungsort für die Golf-Wettbewerbe vorgesehen.
Es gibt auch weitere deutsche Bewerbungen für die Austragung
Neben vielen weiteren Kommunen in NRW ist das benachbarte Köln als „Leading City“ der Bewerbung der potenzielle Standort für das Olympische und Paralympische Dorf sowie für ein zukunftsweisendes, temporäres Leichtathletikstadion.
Es gibt auch weitere deutsche Bewerbungen für die Austragung: München, Hamburg und Berlin/Leipzig wollen ebenfalls Olympia in ihre Städte holen. Die Münchner Bürgerinnen und Bürger haben schon mit Ja gestimmt. Hamburg stimmt Ende Mai darüber ab, in Berlin gibt es keine Befragung. Am 26. September trifft der Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) die Entscheidung, mit welchem der vier Konzepte Deutschland sich international bewirbt. Dann findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt.
