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Gute Nachricht für DiabetikerDas Ende einer mühseligen Prozedur

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Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist für Diabetiker wichtig.

  1. In seiner Kolumne „Aus der Praxis” schreibt Dr. Magnus Heier wöchentlich über ein wichtiges medizinisches Thema.
  2. In der heutigen Kolumne beschäftigt er sich mit dem Thema Diabetes.
  3. Zum ersten Mal wurde in Detschland eine künstliche Bauchspeicheldrüse zugelassen. Warum das eine gute Nachricht für Diabetiker ist.

Es gibt zwei häufige Arten von Diabetes: Bei dem einen fehlt das Insulin, bei dem anderen wirkt es nicht mehr, Typ 1 und Typ 2. Den zweiten, häufigeren, Typ behandelt man mit Medikamenten und Lebensstiländerungen – etwa Diät. Bei dem ersten Typ, bei dem Insulin fehlt, müssen die Betroffenen regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel messen und, je nach Wert, eine bestimmte Menge von Insulin unter die Haut spritzen. So war es bisher.

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Dr. Magnus Heier

Jetzt wurde auch in Deutschland ein Gerät zugelassen, das die mühselige Prozedur ersetzt! Eine künstliche Bauchspeicheldrüse. Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas, produziert unter normalen Umständen die passende Menge von Insulin, um den Blutzucker im gesunden Bereich zu halten (das ist allerdings nur eine ihrer Funktionen). Das künstliche Organ muss entsprechend seinem Vorbild zwei Dinge leisten: Es muss den Blutzuckerspiegel messen und die dazu passende Menge von Insulin in den Körper pumpen. Teil eins erledigt das System indirekt: Ein Sensor misst den Zucker nicht im Blut, sondern im Gewebe, in der Haut. Daraus lässt sich aber auf den Blutzucker rückschließen. Ein zweites Teil spritzt nun aus einem Depot die entsprechende Menge von Insulin. Die Technik wird auch als „closed loop System“, als geschlossener Kreislauf, bezeichnet, weil das System mehrere Funktionen hintereinander ausführt und ohne Hilfe von außen auskommt. Der Betroffene dürfte den Vorgang überhaupt nicht bemerken.

Hirnwelten-Vorträge mit Dr. Magnus Heier

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Eine solche künstliche Bauchspeicheldrüse hat zwei Vorteile: Zum einen erspart sie den Betroffenen die unangenehme und auch schmerzhafte Prozedur, sich regelmäßig zunächst in den Finger zu stechen, das Blut zu analysieren, die entsprechende Menge Insulin einzustellen und sich diese in eine Hautfalte zu spritzen. Stattdessen müssen die Betroffenen lediglich nach dem Essen die Kalorienmenge schätzen, eintippen und die vom Gerät vorgeschlagene Insulinmenge bestätigen. Und noch zweimal täglich „normal“ messen. Ein riesiger Fortschritt. Der zweite Vorteil ist, dass das System nach kurzer Zeit besser arbeiten soll, als der Mensch. Das lässt sich sehr einfach messen, denn es gibt einen Blutwert, der sozusagen das Blutzuckergedächtnis ist: Er zeigt, wie gut eingestellt der Blutzucker in den vergangenen Wochen war. Ist der Wert gut, funktioniert das System gut.

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Ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel ist lebenswichtig: Läuft der Spiegel aus dem Ruder, kann es kurzfristig zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen. Langfristig erhöht sich das Risiko für Erkrankungen durch reduzierte Durchblutung, etwa in der Netzhaut, der Niere, der Nerven – aber auch von Herz und Hirn. Die erste künstliche Bauchspeicheldrüse sei, schreibt die Ärzte Zeitung Online, nun auch in Deutschland zugelassen und verordnungsfähig für Menschen mit Diabetes Typ 1, die mindestens sieben Jahre alt sind. Ob die Pumpe im Einzelfall geeignet ist, muss der Arzt entscheiden. Aber sie ist ein riesiger medizinischer Schritt nach vorn.