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Bonn-BeuelWer hinter dem Wandgraffiti steckt und was das Motiv bedeutet

3 min
Was steckt hinter die riesigen neuen Mural in Beuel

Seit Kurzem schmückt die Wände des Gebäudes der Stiftung Gemeindepsychiatrie ein schon von weitem zu sehendes buntes Graffitigemälde.

Seit Kurzem schmückt die Wände des Gebäudes der Stiftung Gemeindepsychiatrie ein schon von weitem zu sehendes buntes Graffitigemälde.

Riesengroße Köpfe im Profil, ein Mann mit rotem Hut ist schemenhaft über den Kopf einer Frau mit geflochtenem Zopf in Blau gelegt. In einer anderen Ecke ist im Profil ein Kind zu sehen, außerdem zieren weitere bunte Köpfe, die nicht eindeutig definiert werden können, die kompletten Außenwände. Alle blicken sie in verschiedene Richtungen, in unterschiedlichen Farben auf den Wänden des Gebäudes der Stiftung Gemeindepsychatrie in Beuel.

Auf Wunsch der Geschäftsführung hat die Graffiti-Agentur High-lightz die neue Außenwand, insgesamt 500 Quadratmeter, gestaltet. In einem gemeinsamen Gespräch wurden erste Ideen für das Motiv entwickelt, erzählt Simon Horn von Highlightz: „In Absprache mit der Geschäftsführung haben wir das Motiv entwickelt. Uns wurden Schlagworte wie Diversität, Vielfalt, unterschiedliche Generationen genannt“, sagt Horn, „dann haben wir unterschiedliche Köpfe verschiedenen Geschlechts, Alters, Ethnie übereinandergelegt, mal heller und dunkler“.

Zeichen für Diversität, Vielfalt und Inklusion

Mit der künstlerischen Umgestaltung der Wände, so die Stiftung Gemeindepsychatrie auf Anfrage der Redaktion, wolle man ein Zeichen setzen in der Gesellschaft, für Diversität, Vielfalt aber auch Inklusion. Die Stiftung setze sich für die Entstigmatisierung psychischer Krankheiten ein und unterstütze die Teilhabe Betroffener in allen Lebensbereichen.

Das Graffiti bilde „Menschen wie du und ich“ ab. Man sehe eine psychische Krankheit niemandem an und man sehe auch niemandem die eigene Geschichte an, so die Idee der Stiftung zum Motiv. „Daher sollte eine Gesellschaft alle Menschen als Individuen sehen und sie akzeptieren und respektieren, auch wenn sie vielleicht mal ein wenig ,anders„ erscheinen.“ Das Kunstwerk solle Aufmerksamkeit erregen und so vielleicht auch zum Gespräch anregen. Am Entwurf inklusive der Ideenfindung haben Simon Horn und sein Team nach dem Gespräch mit der Geschäftsführung drei Tage gearbeitet. Weitere zehn Tage hat es gedauert, das Gemälde an der Wand fertigzustellen. Insgesamt seien fünf Künstler beteiligt gewesen. Das Gemälde wurde ausschließlich an die Wand gesprüht – aus insgesamt um die 250 Sprühdosen.

Highlightz arbeitet deutschlandweit, allerdings müsse man auch wirtschaftlich denken. Je weiter weg ein Auftrag von Bonn sei, desto größer müsse dieser auch sein, erklärt Horn. Weitere Faktoren nach denen entschieden wird, ob ein Projekt angenommen wird oder nicht, sei die Machbarkeit „und ob uns etwas künstlerisch reizt“, sagt Horn. Eine größere Fläche wie im Fall der Stiftung Gemeindepsychatrie stelle dabei immer eine künstlerische Herausforderung dar und sei insofern auch ein attraktiver Auftrag.

„Zu Beginn, als wir vor 13 oder 14 Jahren angefangen haben, da ist es vorgekommen, dass Leute die Polizei gerufen haben, wenn wir zum Beispiel vorgezeichnet haben“, erzählt Simon Horn. Angefangen mit Graffiti habe er während seines Studiums – als Hobby. In den vergangenen Jahren habe sich das jedoch völlig geändert und Streetart sei mittlerweile etabliert, die Sprühdose damit zum modernen Kunstmedium geworden.